Ketsch

Haus der Begegnung „Ketscher Bu“ und „Rheinschnooke“ sorgen für prächtige Stimmung

Sitzungspräsident ausleihen – das schließt die Marktlücke

Ketsch.Beim närrischen Spektakel im Haus der Begegnung bewies die ältere Generation einmal mehr, dass Frohsinn und Lebensfreude keine Frage des Alters ist. Sie hatten sich prächtig mit fantastischen Hüten und Kostümen herausgeputzt. Hingucker bei den Kopfbedeckungen war der mit lauter Kassenbons verzierte Hut von Friedel Ries.

Inge Maurer ließ die Sau raus und zog als rosiges Glücksschwein alle Blicke auf sich. Auch Pfarrer Christian Noeske als Hausherr hatte sich unter die Narren gemischt. Rudi Kurbiuhn freute sich über die bunte Gästeschar, die den Weg hierher trotz Orkan „Sabine” nicht gescheut hatten, und er versprach einen fröhlichen Nachmittag. Bernd Bürkle repräsentierte in seiner Funktion als Elferrat die Karnevalsgesellschaft Narrhalla und überbrachte Grüße des Ehrensenatspräsidenten Roland Eisenmann, der eine Erkältung auskurieren musste.

„Speisen und Getränke sind heute ´fer umme‘, Roland Eisenmann übernimmt die Rechnung,” verkündete Bürkle. Er entschuldigte auch Ihre Lieblichkeit Prinzessin Sanja I., die aus beruflichen Gründen verhindert war. Mit „Servus, grüezi und hallo” legten die Original Ketscher Rheinschnooke (Jürgen Stang und Alfred Bröckel) los. Da gingen die „Hände zum Himmel“, alle sangen und klatschten mit, niemand hielt es auf den Stühlen.

„Am 11.11. um 11 Uhr 11 geh´s los, Stimmung ist grandios, Jecken ziehen los,” verkündete Stimmungskanone Bernd Bürkle als „Ketscher Bu“, bevor die Mini-Mäuse als stolzer Narrensamen der KG Narrhalla auf die Bühne stürmten. In einer allerliebsten Schau begeisterten sie tanzend und hüpfend als Einhörner. Die Senioren forderten stürmisch eine Zugabe.

Als Maler in der Bütt

„Olé, olé, olá, wir schunkeln die ganze Nacht” sang der „Ketscher Bu“ weiter und erzählte begeistert von Begegnungen mit Hoheiten und Prominenten beim Mannheimer „Feurio“. Für diese Mannheimer Fasnachter hat er ebenfalls ein Lied geschrieben. Sodann machte sich ein arbeitsloser Sitzungspräsident (Jürgen Stang) auf den Weg zum Arbeitsamt. Ursprünglich habe er Maler gelernt. Als Probearbeit sollte er eine Wand und Fenster streichen. Wand und Fenster waren ordentlich bemalt, jedoch die Fensterrahmen hatte er vergessen. Als Selbstständiger schloss er eine Marktlücke mit dem Verleihmodell „Rent a Sitzungspräsident” – sogar die Narrhalla sei angeblich stark interessiert gewesen. An ihren Liedern müsse man erkennen, wer regiert. Dazu nannte er „Cordula Grün“, „Schwarze Madonna” und „Rosamunde“. Und dann wurde Jürgen Stang in seiner Funktion als Sitzungspräsident der Kurpfälzer Carnevalsgesellschaft ernst. Die Vorschriften bei Fasnachtsumzügen würden immer umfangreicher und auch kostspieliger. Natürlich müsse Sicherheit sein, aber man könne Brauchtum auch tot reglementieren, bis Vereine keine Lust mehr zum Mitmachen haben, gab er zu bedenken.

Der „Ketscher Bu” war dann nicht mehr zu bremsen, und in seinem „Narrhallino-Lied” nannte er die KG Narrhalla den größten Knalla. Textsicher sangen die Senioren auch den Song vom „ Ketscher Bu” mit, und zu den „Tramps von de Palz” schlängelte sich eine Polonaise kreuz und quer durch den Saal. Die schönsten Hüte hatten Friedel Ries, Lilli Pitzal, Hilde Limmer und Gertrud Weber. Mit ihren Kostümen gefielen am besten Inge Maurer, Hildegard Bobbe, Ursula Hemmerich und Nathalie Munz.

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