Ketsch

Rheininsel Auf Anleinpflicht im Naturschutzgebiet hingewiesen / Einschüchterungsversuch?

Sprecher der Grünen bedroht

Archivartikel

Ketsch.Der Sprecher der Grünen in Ketsch, Nikolaus Eberhardt, wurde auf der Rheininsel bedroht, weil er einen Jogger auf die Anleinpflicht für Hunde hingewiesen hat.

Es ist ein leidiges Thema und Nikolaus Eberhardt, Sprecher des Ortsverbands der Grünen in der Enderlegemeinde, kennt es als ehemaliger Hundebesitzer gut. Man möchte die Tiere frei laufen lassen und entspannt spazieren gehen oder joggen, ohne immer darauf achten zu müssen, was der vierbeinige Begleiter gerade tut und will.

„Trotzdem gibt es aber halt im Naturschutzgebiet Regeln, die zu beachten sind. Natürlich ist nicht jeder Hund wild und jagt Rehe. Aber es reicht schon, wenn am Wegesrand eine Eidechse geschnappt wird. Wir haben auf der Rheininsel eines der wichtigsten und schützenswertesten Stücke Natur in der Umgebung und viele gefährdete Arten finden dort einen letzten Rückzugsort. Diese außergewöhnliche Artenvielfalt im Auwald ist aber durch viele Einflüsse bedroht, auch durch freilaufende Hunde“, sagt Eberhardt.

Eigentlich auch nur Spaziergänger

In seiner Freizeit verbringt Nikolaus Eberhardt gerne Zeit auf der Insel, und dokumentiert das Gesehene dann mit Bildern auf seiner Webseite www.rheinisel-ketsch.de. Eigentlich möchte er dort auch nur Erholung suchen und keine Besucher auf die geltenden Regeln hinweisen müssen. Aber immer wieder komme es vor, dass die Anleinpflicht missachtet werde und gelegentlich weise er, sagt Nikolaus Eberhardt, die Hundebesitzer dann eben auch darauf hin. Teils seien sie einsichtig, teils auch nicht, berichtet er.

Diesmal aber hat ein Besucher Nikolaus Eberhardt direkt bedroht und versucht ihn einzuschüchtern. „Damit wurde für mich eine Grenze überschritten, die man tunlichst wahren sollte. Die Aggressivität, die wir immer wieder erleben, die Uneinsichtigkeit bei Regelverstößen, der Egoismus und die Ignoranz gegenüber dem Gesetzgeber, sind eine Entwicklung, die wir ändern müssen“, sagt er entschieden.

Gerne lädt Eberhardt, der sich nicht als Fachmann, sondern als Naturbeobachter sieht, zu gemeinsamen Spaziergängen über die Insel ein. Vielleicht werde dem einen oder anderen das Auge geöffnet, für die so wunderbare Natur. zg

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