Ketsch

Friedhof Sabine Pulster wird den Altarbereich noch mit Blumen schmücken / „Sie liegt mir selbst am Herzen“

St.-Anna-Kapelle ist wieder geöffnet

Archivartikel

Ketsch.„Mein Eindruck ist, dass sie vermisst wird“, musste Sigrun Gaa-de Mür lange Zeit sagen. Die Gemeindereferentin bei der katholischen Seelsorgeeinheit Brühl/Ketsch meint die St.-Anna-Kapelle auf dem Friedhof, die als Kleinod nicht zuletzt zur Trauerbewältigung geschätzt wird. Nun, seit gestern ist sie wieder geöffnet.

„Die Kapelle liegt mir selbst am Herzen“, sagt denn auch Sabine Pulster, die Stellvertreterin von Friedhofsaufseher Bruce Garbers. Sie werde regelmäßig aufgesucht und sei nun wegen Corona monatelang geschlossen gewesen.

Pulster will noch „ein paar Blümchen hinstellen“, die St.-Anna-Kapelle werde sie auch noch eingehend putzen, dann stehe sie spätestens wie gewohnt zur Verfügung. „Die Leute spenden regelmäßig“, sagt sie, dass unter anderem der Service, dass sie zu Weihnachten mit Krippe ausgestattet wird und zu Ostern einen Osterstrauß bekommt, gut ankommt.

Maria mit dem Jesuskind

Im Altarbereich vorne befinden sich zwei große Frauen-Figuren, darunter Maria mit dem Jesuskind. „Die Leute gehen auch deshalb rein“, sagt Gaa-de Mür und betont diesen weiblichen Aspekt. Mittig fällt ein gläsernes Fenstermosaik auf, während der heilige Franziskus von der Wandseite aus grüßt.

Die St.-Anna-Kapelle ist über 300 Jahre alt. Sie wurde 1710 von Bernhard und Maria Susanna Göck in der Hockenheimer Straße errichtet. Im 18. Jahrhundert diente sie auch als Wallfahrtskapelle, ehe sie 1872 einen neuen Platz auf dem Friedhof erhielt. Ab 1949 war sie Bestandteil der neu errichteten Leichenhalle. Letztere wurde 2005 abgerissen. Die Kapelle wurde freigelegt und saniert – sie steht unter Denkmalschutz. mab

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