Ketsch

Kriminalstatistik Fallzahlen gehen 2019 erstmals seit drei Jahren zurück / Polizei ermittelt 472 Mal / Signifikates Minus bei den Wohnungseinbrüchen in der Gemeinde

Steigende Zahl der Körperverletzungen

Archivartikel

Ketsch.Nachdem unsere Zeitung die Kriminalitätsstatistik des Jahres für den gesamten Revierbereich Schwetzingen veröffentlicht hat, lohnt auch ein detaillierter Blick auf die Ketscher Zahlen. Dabei sank die Gesamtzahl der Straftaten minimal um zwei (0,4 Prozent) auf 472 Fälle. Das ist der erste Rückgang seit 2016, damals waren es 400.

Die mit der Gesamtzahl der registrierten Straftaten korrespondierende Kriminalitätsbelastung in einem definierten Zuständigkeitsbereich oder einer Gemeinde findet ihren Ausdruck in der sogenannten Häufigkeitszahl. Sie beschreibt die Zahl der polizeilich bekannt geworden-en Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, errechnet auf 100 000 Einwohner.

Die Enderlegemeinde liegt mit 3698 deutlich unter dem Schnitt von Schwetzingen (7894), Heidelberg (9117), Mannheim (10 124) sowie des Rhein-Neckar-Kreises (4415) und dem Land Baden-Württemberg (5184).

Rückgang bei Diebstählen

Bei der nähere Betrachtung der einzelnen Deliktfelder ergeben sich in Ketsch eigentlich nur wenige Besonderheiten. Erfreulich ist der Rückgang der Diebstähle. Die Fallzahlen sind nach einer kontinuierlich rückläufigen Tendenz in den Vorjahren auch im Jahr 2019 erneut deutlich um 59 Fälle (- 41,8 Prozent) auf nur noch 82 zurückgegangen und erreichten einen neuen Fünfjahrestiefstwert. 2018 waren es noch 141 gewesen, 2015 sogar 179.

Signifikant ist es bei Wohnungseinbrüchen als Teil der Diebstahlsdelikte: Waren es 2018 noch zehn, so wurde in Ketsch 2019 nur noch einmal eingebrochen. Revierleiter Martin Scheel führt dies auch auf die Maßnahmen der Polizei zurück. Der im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Mannheim zentral koordinierte und mit intensivem Engagement aller Organisationseinheiten gemeinsam betriebene Kampf zur nachhaltigen Reduzierung von Wohnungseinbrüchen fordere allerdings auch im Bereich des Reviers Schwetzingen hohen Personaleinsatz. So würden seit 2014 alle festgestellten Wohnungseinbrüche durch eine zentral koordinierte Ermittlungsgruppe bearbeitet, um in allen Fällen gleichbleibend hohe Standards in sämtlichen Ermittlungsbereichen zu gewährleisten und Fahndungsmaßnahmen noch zielgerichteter zu koordinieren.

Präsenz- und Kontrollmaßnahmen

Neben der umfangreichen Ermittlungsarbeit im Nachgang zu begangenen Wohnungseinbrüchen stellten verschiedenste präventivpolizeiliche Maßnahmen einen weiteren wesentlichen Schwerpunkt des Präsidiums und des Polizeireviers Schwetzingen dar. „Am aktuellen Lagebild orientierte Präsenz- und Kontrollmaßnahmen haben auch künftig ebenso hohe Priorität, wie zum Beispiel zielgerichtete Beratungsangebote zur Einbruchsprävention“, sagt Scheel. Zurückgegangen sind demnach auch die Diebstähle aus Kraftfahrzeugen (von zehn auf vier) und von Fahrrädern (von 23 auf 19).

Eine deutliche Steigerung gab es allerdings bei den Körperverletzungen von 67 auf 83 (+ 23,9 Prozent), dem Höchstwert seit 2015, als es nur 40 waren. Für den Bereich der Gemeinde Ketsch seien neben hohen Fallzahlen im Zusammenhang mit den örtlichen Fasnachtsfeierlichkeiten insbesondere auch die insgesamt 18 im Zusammenhang mit dem Backfischfest polizeilich erfassten Körperverletzungsdelikte ein maß-gebliches Kriterium für den Anstieg, erklärten Revierleiter Scheel und sein Stellvertreter Michael Fahrer.

Insgesamt ein Drittel der Körperverletzungsdelikte lasse sich auf diese beiden Veranstaltungsbereiche zurückführen. Deshalb begrüßten sie die Entscheidung der Gemeinde, die in den Vorjahren veranstaltete „After-Train-Party“ auf dem Bruchgelände im Jahr 2020 erstmals nicht mehr zu genehmigen, um insbesondere den Entwicklungen im Kontext mit den Fasnachtsfeierlichkeiten wirksam entgegenzutreten, entschied die Gemeinde Ketsch. Weiterhin seien im Schulterschluss mit den umliegenden Orten auch in Ketsch Aufenthaltsverbote für bei vergangenen Veranstaltungen strafrechtlich auffälligen Personen erlassen worden.

Zufriedenstellend fällt die Bilanz in Ketsch bei den Fällen von Raub (0), Gewalt (von zehn auf fünf) und Betäubungsmittelkriminalität (von 33 auf 18). Bei der sogenannten Straßenkriminalität – hierzu zählen unter anderem Körperverletzungs-, Diebstahlsdelikte und Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum – veränderte sich nichts. Wie im Vorjahr waren es 106 Fälle, ziemlich genau der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Zunahme der Sexualstraftaten

Steigerungen gab es 2019 im Bereich der Sexualstraftaten (von zwei auf fünf) und bei den Betrugs- oder auch Vermögens- und Fälschungsdelikten genanntem Feld von 56 auf 84 (+ 50 Prozent) sowie auch bei den Sachbeschädigungen, die mit 82 (plus 8) einen neuen Höchstwert seit 2015 erreichten.

Einen Tiefstwert im Vergleich zu den anderen Reviergemeinden gibt es laut Kriminalstatistik in Ketsch hingegen beim Anteil der Nichtdeutschen mit nur 20,9 Prozent.

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