Ketsch

Geschäftsleben Buch & Manufakturwaren unterstützt Aidshilfe / Besondere Sammlerstücke

Teddys suchen ein neues Zuhause

Archivartikel

Ketsch.Sie sind ein beliebtes Sammlerstück, die niedlichen Aids-Teddys mit der roten Schleife auf der Pfote, die in jedem Jahr in einem neuen Design immer ab Dezember erhältlich sind. Gabriele Hönig hat die kleinen Bärchen im Sortiment und sammelt durch den Verkauf fleißig Spenden für die Aidshilfe in Heidelberg.

„Wir ordern in jedem Jahr mindestens 50 Teddys aus der aktuellen Kollektion und oft bestellen wir nach. Zu einem Mindestpreis von 6 Euro kann man die liebevoll gestalteten Bärchen erwerben und dieses Geld wandert sofort in die Spendenkasse für die Aidshilfe. In diesem Jahr habe ich Corona-bedingt meine Kunden, wenn sie eine Mund-NaseMaske vergessen hatten und eine bei mir erwarben, zusätzlich gebeten, einfach etwas in die Spendenkasse zu legen“, berichtet die Geschäftsfrau. Ihr ist es eine Herzensangelegenheit, das Engagement des größtenteils durch Spenden finanzierten Aidshilfe-Vereins zu unterstützen.

Der Einsatz der Inhaberin des Buch und Manufakturwaren Geschäfts hat sich gelohnt. Es kamen über 400 Euro zusammen, die von Gabriele Hönig auf 500 Euro aufgestockt wurden und dies obgleich der Einzelhandel in diesem Jahr über einen längeren Zeitraum geschlossen war. „Gerade in diesem Jahr ist wirklich jeder Euro wichtig und wir sind jedem, der gespendet hat, unendlich dankbar“, bekräftigt Heidi Emling, die Dienststellenleiterin der Aidshilfe Heidelberg bei der Spendenübergabe.

2020 stellte den Verein, der Betroffene berät und begleitet und außerdem anonyme und kostenlose HIV-Tests durchführt und über einen Nothilfefonds unbürokratisch betroffene Bedürftige stützt, vor ganz besondere Herausforderungen. „Unsere Räumlichkeiten waren bis Juni geschlossen und wir haben in dieser Zeit telefonisch beraten und mit großem Abstand über ein sogenanntes ,Fenster zum Hof’ versucht, Kontakte zu erhalten. Besonders die Unterstützung Betroffener über das ambulante betreute Wohnen, das von Besuchen und Hilfe bei Arztbesuchen oder Einkäufen lebt, war ein großes Thema. HIV-Infizierte sind zwar oft medikamentös gut eingestellt und dadurch nicht infektiös, schlussendlich gehören sie aber einer definierten Risikogruppe an. Bei älteren Personen dann sogar in mehrfacher Hinsicht“, sagt Emling.

Psychisch belastend

Die Selbsthilfegruppen könnten sich derzeit genauso wenig treffen, wie das Regenbogen Café, einem beliebten Treffpunkt, stattfinden könne. Auch psychisch stelle Corona die Betroffenen vor neue Herausforderungen. Die Angst, dass es nun wieder einen Virus gebe, der derzeit noch nicht erforscht ist, und die Sorge vor dem Ausgeschlossensein aus der Gesellschaft wiege schwer, führt Heidi Emling aus.

Weiterhin fehlen der Aidshilfe nun zahlreiche Spenden, da die wichtigen Anlässe wegfallen. „Großzügige Unterstützer nutzten ihre Geburtstagsfeiern zum Sammeln, diese fielen in diesem Jahr aus. Spendenläufe oder Galas finden nicht statt“, ergänzt Emling. Andererseits laufen die Kosten weiter und seit 1. Juli sind auch wieder mit begrenzter Kapazität anonyme HIV-Tests möglich, auch fände die Schulprävention zu Beginn des neuen Schuljahres wieder statt, hier hoffe man auf zahreiche Anfragen der Bildungseinrichtungen. „Dass uns Menschen, wie Gabriele Hönig nicht vergessen und wir dadurch Spenden erhalten, ist für uns existentiell wichtig“, betont die Sozialpädagogin.

Im Gepäck hatte sie etwas Besonderes: 20 Aids-Teddys aus den Vorjahren, die für Sammler interessant sind. Ab 1. Dezember gibt es dann die neue Kollektion. csc

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