Ketsch

Haus der Begegnung Experte für Kriminalprävention Harald Kurzer gibt beim Altennachmittag Sicherheitstipps für den Alltag / Hilfsbereitschaft wird ausgenutzt

Trickdiebe lauern auf ihre Chance an der Haustür und im Internet

Archivartikel

KETSCH.Manchmal haben ältere Menschen ein kleines Vermögen für den Lebensabend angespart. Darauf haben es Trickbetrüger abgesehen. Senioren sind dort Risiken ausgesetzt, wo sie es nicht erwarten: beim Spaziergang und Einkaufen, an der Wohnungstür, in der Wohnung, am Telefon und Computer.

Erster Polizeihauptkommissar Harald Kurzer (kleines Foto) von der kommunalen Kriminalprävention des Polizeipräsidiums Mannheim verriet in seinem Referat beim Altennachmittag im Haus der Begegnung von den Tricks der Gauner und wie sich Senioren davor schützen können. Als bevorzugte Zielgruppe gilt die Nachkriegsgeneration, die zu Hilfsbereitschaft und Höflichkeit erzogen wurde. „Die Zeiten haben sich geändert, die vertrauensselige, hilfsbereite Gesinnung von damals hilft gegenüber den Gaunern nicht. Also heißt es, sich in Zukunft etwas trauen, forsch vorgehen, auf Vorsicht vorbereiten”, empfahl der Sicherheitsexperte. Auch sollten keine Unbekannten in die Wohnung gelassen werden. Falls erforderlich, solle man die Tür nur mit vorgelegter Kette öffnen. Die Betrüger arbeiteten niemals alleine, so würden sie sich an der Wohnungstür allerhand einfallen lassen: Eine angeblich Schwangere bittet schwitzend und gehetzt um ein Glas Wasser. Anderen würden Übelkeit oder Durst vorgeben, müssten auf die Toilette, telefonieren oder bräuchten einen Stift.

Falsche Beamte unterwegs

Einige Täter würden sogar in vermeintlich amtlicher Eigenschaft oder mit dem Vorwand behördlicher Befugnis lügen. Dabei treten sie beispielsweise als Männer vom Elektrizitätswerk, Handwerker, Mitarbeiter der Kirche oder Postzusteller auf. Als weiteres Beispiel nannte er falsche Kriminalpolizisten, die nach soeben ausgezahltem Falschgeld von der Bank forschten.

Auch die Masche angeblicher Polizisten mit der Warnung, ein Einbruch sei geplant, Schmuck, Bargeld und Scheckkarten mögen zur Sicherheit abgegeben werden, sei ein bei Gaunern beliebter Trick. Reiche Beute machen Diebe im Supermarkt, wo so manche Handtasche unbeachtet im Einkaufswagen zum Klauen einlädt. Gleiches sei zu beachten, wenn Mutter und Tochter im Schuhgeschäft einkaufen. Da könnten Handtaschen reihenweise einkassiert werden.

Handtasche untern Arm klemmen

Männer sollten ihre Geldbörse nur in der Gesäßtasche mit Reißverschluss oder direkt am Körper aufbewahren. Rucksäcke seien rasch unbemerkt zu öffnen und laden zum Diebstahl ein. Frauen sollten ihre Handtasche am besten unter die Armbeuge klemmen und nicht außen hängen lassen. Harald Kurzer verwies auch auf die Gefahren im Internet, wo er aus eigener Erfahrung nach einem Einkauf durch Kontomanipulationen ganz schön ins Schwitzen geraten sei. / gp

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional