Ketsch

Bündnis 90/Die Grünen Gemeinderatsmitglied Günther Martin führt eine Gruppe bei einer Gemarkungsfahrt an / Hochspannungsleitung und Ausgleichsflächen

Unterstützung durch Gemeinde nicht wie gewünscht

Archivartikel

Ketsch/Brühl.Die Gemarkungsfläche der Gemeinde Ketsch beträgt 1652,70 Hektar. Ein Hektar entspricht 10 000 Quadratmeter, somit beträgt die Gemarkung Ketsch umgerechnet 1 652 700 Quadratmeter. Nicht nur die Größe, zum Beispiel im Vergleich mit einem Bauplatz, ist beeindruckend, sondern auch die Ausdehnung, heißt es in einer Pressemitteilung. Von West nach Ost sind es etwa vier Kilometer und von Nord nach Süd 6,5 Kilometer. Doch wo endet die Gemarkung? Wo gebe es mit der Nachbargemeinde gemeinsame Interessen? Solche Fragen waren Anlass für Bündnis 90/Die Grünen Ortsverein Ketsch für die Gemarkungsfahrt mit dem Fahrrad.

Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und interessierte Bürger starteten unter Führung von Günther Martin am Leimbachweg Richtung Schwetzingen. Das Ketscher Gemeinderatsmitglied sprach die Verlegung des Leimbachs an, der beim Bau der Schnellbahntrasse verlegt werden musste, weil die Schnellbahn von Mannheim in einem Tunnel verläuft und „die Bach“ zu nah am Tunnel verlief.

Die Hochspannungsleitung, die von 220 auf 380 Kilovolt aufgerüstet werden soll, solle so weit wie möglich entfernt von bewohnten Häusern errichtet werden. Besonders wichtig sei diese Verlegung in Ketsch, da hier unter der Hochspannungsleitung Häuser errichtet worden seien.

„Werden sehen, ob das reicht“

Es habe sich zwar eine Bürgerinitiative gegründet, aber die Unterstützung durch die Gemeinde sei nicht so, wie Martin sich das gewünscht hätte: In Brühl gebe es hierzu eine Stellungnahme durch den Gemeinderat, in Ketsch gebe es leider nur eine Absichtserklärung durch den Bürgermeister. „Wir werden sehen, ob das reicht“, so Martin.

Der Leimbachweg und der Bachstücker Weg treffen am neuen Bachlauf aufeinander. Heute folgt die Gemarkungsgrenze dem Leimbach. Die Gruppe bog Richtung Friedhof Brühl ab. Vor kurzem sei hier eine Ausgleichsfläche für Tiere wie die Zauneidechse entstanden. Damit habe man Sachverstand bewiesen. Hier blühe es, das ziehe Insekten an. Insekten wiederum seien Nahrung für andere Tiere. Das werde bei solchen Ausgleichsflächen leider oft vergessen, so Martin. An der alten Eisenbahnbrücke informierte Martin, dass diese erneuert werden müsse. Die Erneuerung der Brücke werde gemeinsam finanziert, ein Viertel zahle Brühl, ein Viertel Ketsch und die Hälfte das Land.

An der Brühler Landstraße sei genau zu sehen, wo Ketsch aufhöre und Brühl beginne. Wo die schlechte Fahrbahn anfange, sei Ketsch, so Martin. Dies solle sich aber mit der Neugestaltung der Mannheimer Straße ändern, es werde auch die Straße nach Brühl renoviert. Verwundert zeigte sich Martin über die Äußerung eines SPD-Gemeinderats, der gefordert haben soll, die Ketscher Straße in Brühl für Ketscher zu sperren, da sie zu viel Lärm verursachten. Es habe sich nichts geändert, man suche den Fehler immer bei den anderen. Über das Naturschutzgebiet Schwetzinger Wiesen berichtete Martin, dass es nicht mit Schwetzingen verbunden sei, aber zu Schwetzingen gehöre. Martin erläuterte auf dem „alten Fährweg“, dass dieser von den Ketschern auch „Spissepeedl“ genannt werde. Die Fähre in Ketsch sei viele Jahre eine wichtige Verbindung gewesen. Das sei Thema einer weiteren Tour. zg

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