Ketsch

Väter widmen sich noch zu wenig dem Vorlesen

Archivartikel

Die Vorlesestudie (www.stiftunglesen.de) ist wie der bundesweite Vorlesetag ein gemeinsames Projekt von Stiftung Lesen, „die Zeit“ und Deutsche Bahn Stiftung. Die aktuelle Studie wurde jüngst in Berlin vorgestellt und brachte unter anderem folgende Ergebnisse:

Viele Eltern fassen den Begriff des Vorlesens zu eng und denken, dass dazu immer ein gedrucktes Buch mit viel Text gehört. Schauen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Wimmelbücher an oder lesen Texte vom E-Reader vor, verstehen dies 23 Prozent nicht als Vorlesen, heißt es in der Mitteilung zur Studie. Mit Babys einfache Bilderbücher zu betrachten, gehöre für jeden fünften Befragten nicht dazu, obwohl gerade diese Impulse von Anfang an für die Entwicklung von Kindern wichtig seien. Rund 32 Prozent aller Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern im Vorlesealter von zwei bis acht Jahren zu selten oder nie vor. Dieser Wert habe sich seit 2013 nicht verändert. Vor allem Eltern mit formal niedriger Bildung lesen zu selten oder nie vor (51 Prozent) und haben darüber hinaus einen besonders konservativen Vorlesebegriff, heißt es.

Die Studie hat zudem herausgefunden, dass berufstätige Mütter mehr vorlesen, als nicht berufstätige. Im Vergleich lesen 27 Prozent berufstätiger Mütter zu selten vor, bei den nicht berufstätigen sind es 39 Prozent. Väter widmen sich weiterhin zu wenig dem Vorlesen, 58 Prozent von ihnen lesen selten oder nie vor.

Ab den 1990er-Jahren haben Neurologen immer wieder nachgewiesen, wie wichtig eine frühe Förderung für Kinder ist. Durch positive Anreize werde die Ausbildung des Gehirns aktiviert und dessen Leistungsfähigkeit gesteigert. Das Vorlesen, Bilderbuch-Betrachten und Erzählen seien ein idealer Weg, um die kognitive und sprachliche Entwicklung von Kleinkindern optimal zu begleiten. Kinder nehmen Bilderbücher mit allen Sinnen wahr. Es sei wichtig, dass der Vorleser das, was im Buch zu sehen ist, mit eigenen Worten beschreibt, erzählt, was zu sehen ist und die Geschichte möglichst langsam vorliest. mab

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