Ketsch

Rohrhöfer Göggel Karnevalisten inthronisieren ihre Lieblichkeiten / Jahresorden würdigt das Büttenpaar Boxer und Michel

Vanessa III. schwingt das Narrenzepter

BRÜHL.Dreimal lautstark "Ahoi" dröhnt es aus dem SV-Vereinsheim. Das macht klar: die fünfte Jahreszeit ist da und die "Rohrhöfer Göggel" feiern die Inthronisation ihrer beiden neuen Lieblichkeiten. Proppenvoll sind die Tischreihen besetzt mit Abordnungen aus dem gesamten Narrenring Kurpfalz, aus Hessen, Rheinland-Pfalz, aus Heidelberg und vielen weiteren befreundeten Vereinen. Ein tolles Bild, das Jessi I. mit Handschuh und Stollen und auch Anne I. aus der Prinzessinnenfamilie zum letzten Mal in Amt und Würden erleben.

Mit der kompletten "Göggel"-Mannschaft ziehen sie umjubelt in die Halle ein, formieren sich vor der Bühne. Abschied heißt es dann, Abschied von einer prima Kampagne mit ganz vielen Erlebnissen, die beide nicht missen wollen. Ein paar Tränchen kullern bei Anne Muth schon, gerade als die "Prinzessinnenfamilie" aus den Vereinen des Kurpfälzer Narrenrings ihnen ganz persönliche Geschenke überreichen, ihrerseits für zwei tolle Freundinnen danken, mit denen man ganz Vieles erlebt habe.

Als "etwas andere" Prinzessin hatte Jessi Motzenbäcker "ihr" Regentschaftsjahr begonnen, ebenso beendete sie es mit Fußballoutfit unterm Abendkleid und charmanten Sprüchen. Beide gehen den "Göggeln" aber nicht verloren, übernehmen verschiedene Aktivitäten im Karnevalsverein, das lobte auch Präsident Christian Nordheim, der den Inthronisierungsabend moderierte.

Jeder Verabschiedung folgt die Inthronisierung der neuen Hoheiten, so auch bei den "Göggeln". Eine schöne Tanzshow leitet das Prozedere ein, das mit lautem Knall der Flitterbomben die Enthüllung des Bühnenbildes und somit der beiden Tollitäten 2017/2018 brachte. Vanessa III. aus dem Zahlenmeer und Kinderprinzessin Celia I. von Feuer und Flamme präsentierten sich der Öffentlichkeit.

Wunsch geht in Erfüllung

Vanessa Odegaard ist seit vier Jahren bei den "Göggeln" aktiv, die 29-Jährige ist Tänzerin und Trainerin, aber auch Elferrätin. Bürgerlich geht sie als Buchhalterin täglich zur Arbeit. Das ist der Bezug zum klangvollen Namen "...aus dem Zahlenmeer". Celia I., die Kinderprinzessin ist zwölf Jahre jung und Mitglied der Jugendfeuerwehr - deshalb auch der Zusatz "...von Feuer und Flamme", aber auch, weil sie sich für alles begeistern lässt. Sie will schon seit drei Jahren Prinzessin werden, weil ihre Mutter das in der Kampagne 1999/2000 auch schon war. Für beide ist dieser Wunsch jetzt in Erfüllung gegangen. Mäntel und Zepter werden gereicht - fertig sind zwei glückliche junge Frauen, die ein Jahr mit vielen Repräsentationsaktionen und Erlebnissen teilen werden.

Sogleich sind sie in die "Arbeit" eingespannt und dürfen ihren eigenen Prinzessinnenorden und den Jahresorden der "Göggel" an die Abordnungen verteilen. Zuerst wird aber von Roland Kohl, dem bisherigen Ordensminister der "Rohrhöfer Göggel", diese Aufgabe an Stefanie Nordheim weitergegeben. Viele Jahre hatte Kohl die Funktion inne, "ich habe in Stefanie eine sehr gute Nachfolgerin gefunden", überließ er ihr sogleich die Vorstellung des Jahresordens.

Zwei Urgesteine der Unterhaltung, des Witzes und des Spaßes am Klamauk zieren das gute Stück: Boxer und Michel. Die beiden Freunde Eckhart Güttler (Boxer) und Michael Luksch (Michel) sorgen seit 44 Jahren für eine unvergessliche und mitreißende Show in Programmen der Fasnachtsvereine in 100 Kilometer Umkreis. Begonnen haben sie diese Narrenkarriere bei den "Göggeln", wo sie schnell feste Nummer bei Sitzungen wurden. Auch im Fernsehen konnte man sie schon bewundern, mit breitem Grinsen nehmen die Beiden die Ehrung, die Beider Konterfei ziert, entgegen. Dafür gibt es verdienten und langen Applaus.

Den bekommen auch die vielen Tanzgruppen von Showkids über Jugend- und Juniorengarde, die Tanzmariechen, die durchweg starke und solide Leistungen zeigen - vor allem aber den Spaß an der vierten Jahreszeit, den sie in den kommenden Wochen überall verbreiten werden.

Schwarzkittel werden umgefärbt

Neue Elferräte werden noch in Amt und Würden übernommen - werden also vom Schwarzkittel des Helfers zum Rotkittel der Verantwortungsträgers umgewandelt. Dabei müssen sie unter anderem zustimmen über alle Scherze ihres Präsidenten zu lachen, den Tanzgruppen die Gummibärchen nicht wegzuessen und jedes Selfie des Präsidenten umgehend zu liken. In der Flut der traditionellen Konfettidusche sagen sie natürlich alles zu.

Großer Beifall begleitet die vielen Abordnungen, die neben Jahresorden und Geschenken auch nette Worte und sogar gesungene Präsente mitbrachten. Eine ordentliche Party, die mit dem Narrenring auf der Bühne schunkelnd und klatschend in den gemütlichen Teil übergeht.

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