Ketsch

Geschäftsleben Bea Koch-Seib und Helena Höfig sind wegen geschlossener Hundesalons besorgt

Verfilztes Fell kann schlimme Auswirkungen haben

Ketsch.Die Türen müssen geschlossen bleiben – so heißt es mit dem zweiten Lockdown seit Mitte Dezember für die Betreiber von Hundesalons in Baden-Württemberg. Für Bea Koch-Seib, die mit ihrer Kollegin Helena Höfig seit sechs Jahren den Hundesalon „SeKo“ in Ketsch betreibt, ist dies nicht nachvollziehbar. Im Gegenteil, sie sieht sogar eine große Gefahr darin, wenn die Landesregierung nicht in Kürze die Öffnung der Salons freigibt, und ist besorgt um die vierbeinigen Besucher, die sie mit ihrer Kollegin sonst so liebvoll versorgt.

„Es geht hierbei in keiner Weise um einen Schönheitsaspekt, wenn die Hunde, Katzen oder Kleintiere im Salon behandelt werden. Bei vielen Hunderassen ist durch das stetig wachsende Fell eine regelmäßige Pflege einfach notwendig. Denn sonst kann das Haarkleid stark verfilzen, Parasiten sich leichter vermehren oder Ekzeme und andere Hautkrankheiten entstehen. Auch bei kurzhaarigen Hunden müssen ausgefallene Fellhaare sorgfältig herausgebürstet werden. Die regelmäßige Krallenpflege, Ohrenpflege oder der Schnitt von Haaren in den Ballen ist ebenfalls sehr wichtig“, beschreibt die 53-Jährige besorgt.

Es geht ums Tierwohl

Schließlich gehe es um das Tierwohl und die Gesundheit der Tiere. So gehörten Hunde zum Gemeinwohl und die Hundebesitzer seien zur tiergerechten Haltung verpflichtet, dabei gehe es nicht zuletzt um die artgerechte Pflege. „Die Dienstleistungen, die wir im Hundesalon anbieten, können jedoch nicht von allen Tierhaltern selbst übernommen werden. Viele unsere Kunden sind besorgt, wenn dieser Lockdown für unsere Branche weiter gilt“, ergänzt die Inhaberin.

Im ersten Lockdown im Frühjahr seien die Hundesalons weiter geöffnet geblieben, beim zweiten Lockdown kam nun das vorübergehende aus. Doch selbst dies sei von Bundesland zu Bundesland verschieden. So hätten beispielsweise in Rheinland-Pfalz aktuell die Hundesalons geöffnet.

Anfrage bei Landesregierung

„Wir können dies nicht nachvollziehen und auf Anfrage bei der Landesregierung gab es bisher kein Statement. Es bleibt zu wünschen, dass sich hier bald eine Änderung in der Verordnung ergibt“, hofft Bea Koch-Seib – die dafür erforderlichen Voraussetzungen im Salon seien bei ihr längst geschaffen worden. Schon seit dem ersten Lockdown gäbe es aufgrund der Hygienemaßnahmen bei ihr praktisch keinen Kundenkontakt. „Die Tiere, denn zu uns kommen nicht nur Hunde, sondern auch Katzen und Kleintiere, werden bei uns am Hoftor übergeben, dann gebadet und behandelt. In unseren Arbeitsräumen gibt es keinerlei Publikumsverkehr und nach jeder Behandlung wird bei uns alles gereinigt und desinfiziert. Dies war jedoch auch vor Corona schon so, denn Hygiene ist in unserer Branche unerlässlich. Nach der Behandlung werden die Tiere von ihren Besitzern wieder am Hoftor abgeholt und mir ist nicht bekannt, dass bisher je ein Infektionsgeschehen um Corona von einem Hundesalon ausging“, bilanziert die Tierfreundin.

„Mittlerweile sind auch Verbände auf die Problematik aufmerksam geworden und wir erwarten neue Verordnungen in Kürze, welche hoffentlich das Tierwohl in den Mittelpunkt stellen“, betont Bea Koch-Seib. csc

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