Ketsch

Marathon-Team Lauftraining findet vorsichtig und mit Abstand wieder statt / Unsicherheit ist zu spüren / Lichtblicke bieten Veranstaltungen wie in Karlsruhe

Verhaltener Neustart der „Kilometerfresser“

Archivartikel

Ketsch.Beim Marathon-Team in der Enderlegemeinde hat vor vier Wochen vorsichtig und mit Abstand das Lauftraining wieder begonnen. Die Sportler hatten befürchtet, dass es am Waldparkplatz nahe der B 39 zu einem Auflauf von mehr als 20 Sportlern kommen könnte, doch weit gefehlt: Nachdem die Vorstandschaft die aktuellen Regeln analysiert und grünes Licht für bis zu 20 Teilnehmer gegeben und als Vorsichtsmaßnahme um 18 Uhr und um 18.15 Uhr zum Training eingeladen hatte – die Walker starteten um 17.45 Uhr – fanden sich zu den beiden späteren Terminen gerade mal 13 Läufer ein.

Jeder brachte einen vorbereiteten Zettel mit Telefonnummer mit, Gabi und Alfred Kief aus der MTK-Chefetage führten des Weiteren eine Liste, die nach wie vor aktuell gehalten wird. Die Unsicherheit sei nach wie vor zu spüren, teilt der Verein mit, denn einige Mitglieder seien in Zweiergruppen „wie zu den schlimmsten Corona-Zeiten“ eingetroffen.

Dann reißt der Vorhang

Dabei waren die Marathon-Läufer mit viel Schwung und 35 Teilnehmern am Neujahrstag auf die traditionelle Runde auf der Rheininsel gestartet. Auf dem TSG-Platz wurde unter Flutlicht trainiert, Funktionsgymnastik stand in der Neurottschule mittwochs auf dem Kalender.

Einige Sportler des Vereins hatten Erfahrungen bei der Winterlaufserie im pfälzischen Rheinzabern und Hördt sowie dem Dreikönigslauf in Dielheim gesammelt und die Oldies finishten bereits nach ausdauernden Trainingseinheiten im Winter in Rodgau ihren ersten Ultra. Dann riss der Vorhang, das Flutlicht ging aus, die Neurottschule blieb geschlossen und alle angepeilten Laufsportveranstaltungen über fünf Kilometer bis zum Ultra, von Brühl bis nach Berlin, fielen wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Erleichtertes individuelles Üben

Glücklicherweise sind Läufer bei ihrem Sport von der Zeit und vom Wetter her größtenteils unabhängig. Jeder trainierte irgendwann, irgendwo und irgendwie. Ab und zu sah man Vereinskollegen im Ketscher, Schwetzinger, Hockenheimer oder Oftersheimer Wald, auf der Rheininsel, im Bereich Ketsch/Brühl oder Hockenheim/Ketsch.

Der Frühling mit tollem Wetter erleichterte das individuelle Training und vertrieb die Tristesse. Im Team und gewaltigem Abstand bewältigten zahlreiche Vereinsmitglieder virtuelle Veranstaltungen und liefen für den guten Zweck wie beispielsweise beim NCT-Lauf in Heidelberg, parallel dazu spendeten sie 888 Euro für die Krebsforschung. Statt Zermatt- und Jungfrau-Marathon hieß der Sponsorlauf in der Schweiz „One Million Run“, dort drückte man die Verbundenheit zu den Eidgenossen aus: 80 000 Sportler sammelten weltweit über 1,1 Millionen Kilometer, davon kamen 324 Kilometer aus Ketsch und die Gesamtspende betrug über 1,1 Millionen Schweizer Franken.

Auch bei zahlreichen regionalen virtuellen Veranstaltungen war das Marathon-Team vertreten. Die Sportler sehnten sich nach dem gemeinsamen Training, das Ende Juli wieder startete. Wie es im Winter weitergeht, steht momentan in den Sternen – große Hoffnungen macht man sich im Lager des Marathon-Teams nicht; das Einzeltraining wird wieder dominieren.

Einen Lichtstreif am Horizont signalisierte das Orgateam des Baden-Marathon, der in der altgewohnten Form natürlich auch nicht an den Start gehen kann. Die Corona-Schutzverordnungen des Landes werden berücksichtigt. Als (kleinen) Ersatz sind am 20. September in Karlsruhe zwei Halbmarathon-Läufe für Lauf-Duos vorgesehen. Einige Duos des Marathon-Teams haben es in die Startaufstellung geschafft, die Veranstaltung war schnell ausverkauft.

Auch Ausflug in die Pfalz entfällt

Leider fiel nicht nur das gemeinsame Training weg, sukzessive musste die Vorstandschaft in enger Abstimmung mit der Gemeinde auch das Grillfest Anfang Juni und die Jahresabschlussfeier am 14. November stornieren. Der Jahresausflug in die nahe Pfalz mit dem Bus ist nach den bisherigen Richtlinien mit halber Busbesetzung durchführbar – womöglich müssen Reisende auf den eigenen Pkw umsteigen.

Verschoben wurde die Reise zum Hannover-Marathon im Frühjahr 2021, vorsichtig peilt der Verein 2022 an. Beim ungewissen Wintertraining kann bei der TSG zweifelsohne nicht geduscht werden und auch die Gymnastik dürfte Corona zum Opfer fallen. Beim Neujahrslauf sind dann Kriterien zu beachten, sodass wohl jeder die Reste von Weihnachten und Silvester zum Selbstverzehr in Abstand mitbringt. zg

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