Ketsch

Nachgefragt Wie der Sprecher des baden-württembergischen Umweltministeriums die Sache sieht

„Verträglichkeit genau prüfen“

STuttgart.In Baden-Württemberg regiert Grün-Schwarz und mit Andre Baumann gibt es einen Staatssekretär im Umweltministerium, der die Verhältnisse hier kennt. Der ist derzeit im Urlaub, unsere Fragen hat Pressesprecher Ralf Heineken beantwortet.

Wie steht das Ministerium zu einer 42,5 Hektar großen Fläche für den Kiesabbau im „Entenpfuhl“?

Ralf Heineken: Dem Umweltministerium ist die große Bedeutung des Trinkwassererschließungsgebietes „Schwetzinger Hardt“ für den Großraum Mannheim-Heidelberg-Schwetzingen bewusst. Dieser Belang unterliegt der Gesamtabwägung durch das Landratsamt. Das Rechtsverfahren liegt in der Verantwortung des Rhein-Neckar-Kreises.

Ist es noch zeitgemäß, für solch ein Vorhaben eine Waldfläche abzuholzen? Auch im Blick auf den fast benachbarten Hockenheimer Stadtwald der einer Autobahn-Rastanlage weichen soll.

Heineken: Diese Fragestellung wird Gegenstand der Umweltverträglichkeitsprüfung sein.

Welche Gutachten liegen derzeit vor, um die Umweltgefahren beurteilen zu können, was verlangt das Land vor einer Genehmigung?

Heineken. Dem Ministerium liegen keine Gutachten zur Beurteilung der Umweltgefahren vor. Träger des Verfahrens ist das Landratsamt.

Wie kann nach Ablehnung der halb so großen Fläche vor zwei Jahren nun eine Planung für die doppelte Fläche eingereicht werden?

Heineken: Nach hiesigem Kenntnisstand wurde der Antrag nicht abgelehnt, sondern er ruht.

Weiß das Ministerium von einer Hausmülldeponie, die angeblich unter einem Teil des Waldes liegt?

Heineken: Dem Ministerium liegen hierzu keine Informationen vor.

Ist die Kiesgewinnung in so einem Ausmaß noch zeitgemäß? Welche Alternativen gäbe es für die Bauwirtschaft aus Sicht der grün-schwarzen Landesregierung?

Heineken: Die Frage des Ausmaßes der Kiesgewinnung ist im anstehenden Zulassungsverfahren zu klären. Um den Verbrauch mineralischer Primärrohstoffe zu senken, sind der Ausbau des Baustoffrecyclings und Substitutionsmöglichkeiten durch die Verwendung anderer Baustoffe weiterzuentwickeln. Das Baustoffrecycling kann den Bedarf derzeit zu höchstens zehn Prozent substituieren.

Wie positioniert sich das Ministerium beim Vor-Ort-Termin?

Heineken: Das Ministerium ist nicht ins Genehmigungsverfahren eingebunden und nimmt daher nicht teil.

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