Ketsch

TSG-Gelände Kindergesang und Glühweinduft machen Stimmung auf das Fest / Bummeldörfchen an neuem Standort erntet viel Lob als alternativer Standort

Viele Besucher mögen neuen Standort

Ketsch.Bereits fünf Tage vor dem allseits beliebten 6. Dezember, stattete ein Nikolaus-Vertreter auch Ketsch einen Besuch ab und ließ Kinderherzen höherschlagen. Aber freilich nur, wenn vorher schön gesungen wurde. Der Nachwuchs des St. Bernhard-Kindergartens sang zum Auftakt auf der Bühne, danach stürmten Schulkinder der Alten Schule die Bretter, die sowohl instrumental an Triangel, Xylophon und anderen Instrumenten bei „Stern über Bethlehem“ überzeugten, als auch mit dem stimmungsvollen „Eine Muh, eine Mäh, eine Tätärätätäää“.

Tanja Arnold, Lehrerin der Alten Schule, ist stolz auf ihre Schüler: „Es hat alles super geklappt“, sagt sie und freut sich auch über die vielen Zuschauer vor der Bühne.

Stimmlich genauso überzeugend waren zum Abschluss des Nachwuchs-Programms dann die Kinder des Regenbogen-Kindergartens, die dicke, rote Kerzen und Tannenbäume sangen und mit ihren Erziehern ein kleines Handpuppen-Stück aufführten.

Mit dabei waren auch Liam Bunde und Nick Ostler aus Ketsch, die es nach ihrem Auftritt gar nicht abwarten konnten zum Nikolaus zu stürmen.

Programm für Klein und Groß

Dieser hatte natürlich für jedes Kind einen Schokoladen-Nikolaus mitgebracht und so sah man ausschließlich glückliche und schokoladenverschmierte Kinder neben ihren stolzen Eltern, die nicht nur mit dem Auftritt ihrer Sprösslinge zufrieden waren, sondern auch mit dem neuen Gelände des Weihnachtsmarktes: „Das TSG-Gelände ist natürlich etwas kleiner, aber mir gefällt es hier sehr gut“, sagt Nicks Mama, Nadine Ostler aus Ketsch. „Es gibt mehr Möglichkeiten, sich drinnen aufzuhalten und für die Auftritte der Kinder ist es schöner, wenn es vor der Bühne etwas eingezäunter ist.“ Abends geht sie für den Auftritt des „Festzeltkommandos“ wieder auf den Weihnachtsmarkt – dann aber ohne Kinder, Erwachsenenprogramm muss schließlich auch mal beim Markt ein.

Neuzugezogene, die den Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz nicht kennen, vermissen nichts: „Es ist klein, aber absolut in Ordnung“, findet Maja Müller, die aus Oftersheim erst kürzlich nach Ketsch zog. „Der Vorteil ist, dass es sich hier nicht so verläuft, sondern überall was los ist.“ Gertrud Weber verbindet den Ausflug zum Weihnachtsmarkt mit einem ausgiebigen Spaziergang: „Es ist hier nicht so zentral und für ältere Leute, die, wie ich, mit dem Rollator unterwegs sind, schon eine Strecke“, sagt sie. Ihr fehle außerdem der Gesangsverein, in dem sie selbst jahrelang mitgesungen hat. „Jetzt macht meine Stimme leider nicht mehr mit“, bedauert sie.

Exotische Genüsse kommen an

Ein Vorteil des kleineren Bummeldörfchens: Man hatte die kulinarische Auswahl besser im Blick und musste sich nicht zwischen fünf Crêpes- und zehn Glühweinständen entscheiden. Die „weltbesten Flammkuchen, frisch belegt vor Ort“ versprachen die Ketscher Pfadfinder Samuel Tremmel, Alexander Fink, Dirk Schmiel und Sebastian Habel und freuten sich über das gute Wetter am Samstagnachmittag – eine Voraussetzung für die hohe Nachfrage am Stand.

Wer es etwas orientalischer mochte, wurde im Blockhäuschen der Tanzfreunde Ketsch herzlich empfangen. Neben Glühbier und deftigem Raclette gab es dort auch etwas Rituelles, die Kaffeeecke der Flüchtlinge: Birikte und Firehiwot Girmay aus Eritrea führten eine eritreische Kaffee-Zeremonie durch, bei der sie den Kaffee speziell rösten und mit Weihrauch, Popcorn und selbstgebackenem, süßlich schmeckendem Brot servierten.

Daneben präsentierten Shadwan Alhasan und Safa Kassar aus Syrien ihr leckeres Gebäck zur Weihnachtszeit, gefüllt mit Nuss- oder Kokoscreme. „So können die Besucher andere Kulturen besser kennenlernen“, sagt Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte Nicole Verclas, die mit den Flüchtlingsfrauen schon zum zweiten Mal auf dem Weihnachtsmarkt Kaffee, Tee und Gebäck anbietet. Denn den Sinn für gutes Essen haben wohl alle Kulturen gemeinsam.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional