Ketsch

Störche Jakob Burkhardt sichtet Meister Adebar im Bruch

Viele kleine Neu-Bürger . . .

Leser Jakob Burkhardt beobachtet einen regelmäßigen Gast im Ketscher Bruch: Meister Adebar. „Für mich und meine Frau kommt er 30 Jahre zu spät“, teilt er süffisant mit. Gleichwohl begrüßt Burkhardt es, dass der Weißstorch seine Aufwartung macht und wertet dies als gutes Omen: „Ich wünsche den neuen Bewohnern im Fünfvierteläcker viele gesunde kleine Neu-Ketscher.“

Und auch wir haben Adebar getroffen, im Nachgang des Maifests. Offenkundig war es ihm im Bruch allerdings zu umtriebig, weshalb er sich ein ruhigeres Plätzchen nahe des Flugplatzes Herrenteich suchte. Er fand es auf einem Baumstumpf.

Erfreulicherweise ist der Bestand an Storchenpaaren in Deutschland 2017 stabil – auch wenn das vergangene Jahr aufgrund des nasskalten Wetters im Juni keine gute Brutsaison zeitigte: Rund 6300 Adebar-Pärchen zählt man hierzulande. Das ist erfreulich, schließlich galt der Vogel 1975 mit 15 gezählten Paaren im Südwesten als fast ausgestorben.

Deutschland bleibt aber alles andere als ein Schlaraffenland für Meister Adebar. Die Storchenexperten des Naturschutzbundes (Nabu) bemängeln die Folgen der seit geraumer Zeit betriebenen intensiven Landwirtschaft. Land werde verbraucht, Lebensräume verengt und große Mengen Pestizide verteilt. Nahrungstiere des Weißstorchs würden weniger. Auch wenn der Klimawandel für mildere Winter in Deutschland sorge – manche Zugvögel treten den Flug in den Süden gar nicht mehr an – seien gleichsam vermehrt Wetterextreme feststellbar. Dauerregen und Kälte, wie sie im vergangenen Jahr zur Unzeit auftraten, sind für Küken im Alter von drei bis vier Wochen gefährlich. Solche Wetterereignisse werden sich häufen oder gar zur Regel werden. mab

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