Ketsch

Vielleicht etwas naiv

Die Angebote auf den „Alla hopp“-Anlagen sind ohne Zweifel toll: In einem hochwertigen und naturnahen Ambiente können sich junge wie ältere Besucher austoben, Sport treiben und eine schöne Zeit verbringen. Es ist verständlich, dass die Nachfrage der Kommunen in der Region groß war, als Mäzen Dietmar Hopp 2013 die Bewerbung ausschrieb: 127 Bewerbungen für 19 Anlagen gingen ein. Rund 42 Millionen Euro gab die Hopp Stiftung für den Bau der Anlagen aus.

Nun häufen sich in der Region die Beschwerden: Der Erfolg der Anlagen führt zu starken Besucherströmen, verbunden mit viel Lärm. Nachts dienen viele der Parks als Treffpunkt für Jugendliche, was noch mehr Lärm und bisweilen Vandalismus zur Folge hat. Das ursprüngliche Konzept, die Anlagen komplett ohne Umzäunung zu bauen, damit sie „offen und einladend“ wirken, ist offensichtlich gescheitert.

Vielleicht waren die Verantwortlichen etwas naiv: Öffentliche Orte sind immer der Gefahr von Vandalismus ausgesetzt. Und für Anwohner macht es einen Unterschied, ob der benachbarte Park – wie früher in Ketsch – eher sporadisch besucht wird oder jetzt als überregionales Ausflugsziel dient. Dass mitten in einem Wohngebiet Konflikte um Lärm, Verkehr und unterschiedliche Interessen programmiert sind, war den Planern wohl nicht bewusst. Es wird sich zeigen müssen, ob die Kommunen den Standard der Anlagen halten können, sie sind für den zukünftigen Unterhalt verantwortlich, was ins Geld gehen kann. Es wäre schade, wenn durch all diese Probleme das ambitionierte, aber vielleicht nicht bis zum Ende durchdachte Projekt Schlagseite bekäme.

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