Ketsch

Heimat- und Kulturkreis Jede Menge Selbstgemachtes wird im schönen Ambiente rund um das Alte Wasserwerk präsentiert

Von Bärlauchpesto bis zur Perlenkette

Archivartikel

Ketsch.Der Duft von süßen und pikanten Waffeln mischt sich mit dem von feiner Kartoffelsuppe mit frischem Kerbel; metallene Windspiele klimpern im sachten Wind; unter Pavillon-Dächern sitzen gemütlich plaudernde Menschen. Es ist Hobbykünstlermarkt rund um das Heimatmuseum im ehemaligen Wasserwerk – mitten in der „Alla-hopp!“-Anlage. Das Küchenteam wirbelt umher, von Jürgen Thamm wird Waffelteig-Nachschub angefordert.

Karin Hofmann „schmiedet“ süße Waffeln, Gerda Kurbiuhn backt jene mit selbstgezogenen Kräutern und Speck, Karin Schwaab gibt Getränke, selbst gekochte Suppe, Kaffee und Kuchen aus.

Nach zögerlichem Start – es ist einfach zu warm am Sonntagmorgen – füllen sich die Plätze zum Nachmittag hin stetig. Im kühlen Museum ist derweil die aktuelle Ausstellung „Ketscher Ansichten früher und heute“ zu sehen, im gemütlichen Museumshof ist Messerschleifer Harald Martinek dabei, Scheren und Schneidemessern den scharfen Schliff zu verpassen – nach alter Herren Sitte, materialschonend und effektiv.

Am Freitag ist „Schleifermännchens Enkel“ übrigens von 10 bis 16 Uhr in der Schwetzinger Fußgängerzone vor „Blickfang“ zu finden. „Hier am Museum kommen immer Leute vorbei, die schon seit Jahren bei mir ihre Gerätschaften schärfen lassen“, freut sich Martinek über guten Besuch und sagt nur noch: „Viel zu tun.“

Schönes und Köstliches

Für die Aussteller ging es schon früh los am Sonntagmorgen, ab neun Uhr richteten sie ihre Zelte ein. Gisela Bätz etwa hatte sehr viele handgemachte Ohrringe, Ketten und Armbänder dabei. „Ich bin über 80 Jahre alt, aber ich werkele noch immer gerne“, erzählt sie. Schaut man sich ihre kleinen Kunstwerke an, glaubt man es kaum: meterlange Ketten aus Nonpareilles – den Miniatur-Glasperlen – aufgefädelt und danach mit einer hauchfeinen Häkelnadel zu dreidimensionalen Schläuchen verarbeitet; großformatige Anhänger an filigranen Perlenketten, Schmuck fürs Ohr in allen denkbaren Variationen. „Heute geht alles zum halben Preis raus“, sagt die rüstige Rentnerin und hofft auf guten Verkauf.

Nebenan richtet Rita Metz Leckereien aus eigener Fertigung mit kleinen Brotstückchen zum Verkosten her. Bärlauchpesto, Löwenzahn-Gelee, Holunderblütengelee.

Mit seinem naturbelassenen Holzspielzeug begeistert Herbert Tögel schon in der Winterzeit auf etlichen Weihnachtsmärkten, aber auch im Frühjahr und Sommer sind seine Laster, Nachziehtiere und Dekoobjekte gefragt. Gerne gibt er Auskunft zum Entstehungsprozess, der mittlerweile zum geliebten Hobby und zur Freizeitbeschäftigung geworden ist.

Bei Gudrun Heim am Stand mit den putzigen, beweglichen und einfach ansprechenden Hinguckern für den Garten und Außenbereich stehen gerade Gregor Ries, „Narrhalla“-Vorsitzender, der mit Heimatvereins-Vorsitzender Ingrid Blem die kommende dreigeteilte Ausstellung zum 66. Narrenjubiläum des Karnevalsvereins besprochen hatte, und Uwe Lorenz vor einem schillernden Kolibri in Metall. Ob das was für den heimischen Garten ist?

Beide sind noch nicht wirklich schlüssig, ob sie kaufen wollen, essen erst einmal ein Stück Kuchen und loben das heimelige Ambiente des Museums, das an diesem Sonntagnachmittag Wissenvermittlung gekonnt mit Genuss und Kunst verknüpft.

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