Ketsch

Lokale Agenda Anne und Melissa kommentieren die Stationen als Kinderreporterinnen

Wald spielerisch erleben

Archivartikel

KETSCH.27 Ferienkinder freuten sich an der Altrheinbrücke auf die Veranstaltung der Lokalen Agenda mit dem Förster im Rheinwald. Sie diskutierten, wie er wohl aussieht. Gernot de Mür, Vorsitzender der Lokalen Agenda, löste das Rätsel und stellte den Mann neben sich in grüner Bekleidung, Förster Norbert Krotz, vor. „Die Lokale Agenda ist eine Arbeitsgruppe, die sich um die Verbesserung der Umwelt in der Enderlegemeinde bemüht,” informierte de Mür über seinen Verein.

Die neunjährigen Schülerinnen Anne und Melissa beobachteten die Spielstationen als Kinderreporterinnen und äußerten ihre Meinungen dazu. „Lars deutete die Tafel an der Brücke ‘98 Meter über dem Meer‘ richtig damit, dass die Nordsee fast hundert Meter tiefer liegt, das wusste ich auch”, bemerkte Anne. Melissa staunte über die angezeigten Hochwasserstände am Messstab: „Schneeschmelzen verursachten damals gefährliche Wasserströmungen.” Wie man sich am besten vor den Schnaken als stechwütige Plagegeister schützt, dafür hatte der Forstmann kein Rezept – außer Einsprühen und sich viel bewegen.

Auf der Rheininsel beim Försterhaus lud das Betreuerteam um de Mür mit Wolfgang und Iris Rohr, Inge Schmidt, Gerhard Prendke, Thomas und Sandra Rieger, sowie Gabriele Weinkötz, zur ersten Trinkpause ein. „Förster Krotz streute Mais ins Wildschweingehege – keine Tiere zu sehen. Rechtsherum führte er uns weiter, endlich sah man die ganze Familie. Die Jüngsten sind gestreift, sie nennt man Frischlinge. Ihre Mama heißt Bache, der Papa Keiler. Wildschweine sind Allesfresser”, teilten die Kinderreporterinnen mit.

Mit Sprüngen Entfernung messen

An der nächsten Station sollten die Kinder schätzen, wie weit Tiere springen, um danach mit eigenen Sprüngen die Entfernung zu spüren, Anne und Melissa gaben das Kommando. „Die Heuschrecke und der Hase hüpfen zwei Meter weit, der Rotfuchs drei bis vier Meter, und das Reh sogar bis fast sechs Meter, das haben wir nicht gedacht.”

Förster Norbert Krotz startete den Rundgang durch das Naturschutzgebiet mit Abfragen zum Verhalten im Wald. „Immer auf den Wegen bleiben, keine Pflanzen abreißen, keine Tiere füttern oder Feuer machen, das haben wir schon im Kindergarten gelernt.” Zum Wald-Memory zeigte er verdeckt verschiedene Gegenstände aus dem Wald, danach suchten die Kinder die gesehenen Teile. „Ich habe Gras, Rinde, Stein, Stock, braunes und grünes Blatt, Moos und Buchecker gefunden”, freute sich Melissa. Anne kannte sich am Schaubild über Wild im Auwald gut aus. „Der Hirsch ist nicht der Mann vom Reh, das ist der Rehbock. Und zum Hirsch gehört die Hirschkuh.”

Auf der Pirsch entdeckten die Kinder hölzerne Tiere, wie Dachs, Fuchs, Wildschwein und Reh. „Das meiste Wild ist nachts aktiv, und in Wirklichkeit hätten wir mit unserer Lautstärke die Tiere verscheucht.” Weiterhin durften sie das abgestoßene Gehörn eines Rehbocks und ein Hirschgeweih begutachten. Neugierig strichen die Kinder auch über die Tierfelle – waidmännisch Decken genannt – und beurteilten das Gefühl. „Das Wildschwein fühlt sich hart und borstig an, schön weich und samtig ist die Decke vom Reh,” stimmten die Kinderreporterinnen Anne und Melissa abschließend überein.

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