Ketsch

Seniorenwerk St. Sebastian Pfarrer Erwin Bertsch gestaltet Altennachmittag mit Krankensalbung / Erzählungen und Bilder von Fatima und Santiago de Compostella

Warum der „religiöse Luftkurort“ Fatima sogar Päpste anzieht

KETSCH.Die Krankensalbung stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes, den Pfarrer Erwin Bertsch beim Altennachmittag zelebrierte. Die Salbung symbolisiert nicht nur die Bitte um Heilung, sondern auch den Wunsch nach Vergebung der Sünden. Anschließend nahm Pfarrer Bertsch die Senioren mit auf eine visuelle Reise nach Fatima und Santiago de Compostela.

„Fatima ist ein bedeutender Wallfahrtsort der katholischen Kirche, der auch von Kranken aufgesucht wird, die auf wundersame Heilung hoffen“, so der Referent. Berichten zufolge erschien am 13. Mai 1917 drei Hirtenkindern, Lúcia dos Santos und den Geschwistern Jacinta und Francisco Marto, auf einem Feld die Jungfrau Maria. Sie habe ihnen befohlen, künftig an jedem 13. des Monats an diesen Ort zu kommen. Zwar wollten die Kinder über das Erlebnis schweigen, doch Jacinta brach das Versprechen, und so fanden sich am 13. Juni Neugierige ein, die sich von der Wahrheit überzeugen wollten. Von Monat zu Monat wuchs die Zahl der Schaulustigen, und die Erscheinung kündigte für den 13. Oktober ein Sonnenwunder an. José Alves Correia da Silva als Bischof von Leira erklärte am 13. Mai 1930 die Erscheinung als glaubwürdig und gestattete die Verehrung „Unserer Lieben Frau von Fatima“. Den drei Kindern seien bei der dritten Erscheinung am 13. Juli die drei Geheimnisse von Fatima überliefert worden. Die ersten beiden wurden direkt zur Veröffentlichung freigegeben, das dritte wurde versiegelt dem Papst Johannes XXIII. übergeben. Erst am 26. Juni 2000 wurde es in Rom durch Kardinal Joseph Ratzinger und Erzbischof Tarcisio Bertone bekannt gemacht. Angeblich beziehe sich der Inhalt auf das Papstattentat vom 13. Mai 1981.

Reichlich Nahrung für den Glauben

Päpste hatten zu diesem Ort eine besondere Beziehung und pilgerten zum dortigen Heiligtum. Papst Franziskus besuchte zum 100. Jahrestag Fatima und sprach Jacinta und Francisco Marto heilig. Gegenüber der alten Rosenkranz-Basilika wurde 2007 die neue Basilika zur heiligsten Dreifaltigkeit mit rund 9000 Sitzplätzen. Der Vorplatz zwischen den beiden Kirchen ist der größte in der Welt. In Fatima werde auch übertriebene Religiosität praktiziert und kitschige Andenken gibt es in Hülle und Fülle. Für Gläubige sei es jedoch ein Ort des Gebets, ein „religiöser Luftkurort“, wo der Glaube reichlich Nahrung findet, gab Pfarrer Erwin Bertsch zu verstehen.

Weiter führte die Reise nach Santiago de Compostela als Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft Galizien. Die Stadt ist katholischer Erzbischofssitz und Wallfahrtsort, Ziel des Jakobswegs, Standort einer Universität und pharmazeutischer Industrie. Beim Blick in die imposante Kathedrale während der Messfeier fiel den Senioren besonders das große Rauchfass auf, das stetig über die Köpfe der Besucher pendelte. gp

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