Ketsch

Ferdinand-Schmid-Haus Ulrich Leist vermittelt bei Vortragspremiere Eindrücke der östlichen Algarve

Weltenbummler liebt Portugal

Ketsch.Dass der ehemalige Biologie- und Französischlehrer Ulrich Leist seit rund 38 Jahren die Welt bereist, davon weit über 30 Jahre zusammen mit seiner Frau Margrit Hoeck und die Menschen in seiner Heimat durch leidenschaftliche Reisebild-vorträge daran teilhaben lässt, ist kein Geheimnis. Ulrich Leist nimmt dabei die Zuschauer mit auf eine Reise, die ohne Navi, nur mit einer ungefähren Route auskommt. So entdeckt er auch fernab von den touristischen Routen immer Neues, hat dabei einen wachen Blick und sieht Schönheit und das Besondere, das andere allzu leicht übersehen.

Der Vortrag im Ferdinand-Schmid-Haus hatte die östliche Algarve von der spanischen Küste bis hin zur Stadt Faro zum Thema, eine bisher weniger bekannte Gegend. Das erste Mal sei es, dass er diesen Vortrag halte. Ob das einsame Pförtnerhäuschen, das mitten im Nirgendwo zum Verkauf steht oder die Altstadt des Örtchens Olhão, bei dem ein netter Einheimischer ihn und seine Frau mal eben schnell einen Blick über die Dächer der mit weiß getünchten Häusern eindrucksvollen Stadt erhaschen lässt. Immer nimmt Leist die Besucher mit auf einen ganz persönlichen Trip, der wohl am besten mit „individueller Reise“ umschrieben ist. Das scheint es zu sein, was die Veranstaltungen von Ulrich Leist so beliebt und anders machen. In der Regel führt er diese gemeinsam mit seiner Frau Margrit Hoeck durch, die er aber aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen musste.

Kulinarisches Intermezzo

An mit Kerzen bestückten Tischchen saß das Publikum in kleinen Gruppen fast wie in einem portugiesischen Straßencafé, während es die Bilder und die Erläuterungen mit musikalischen Fado-Einlagen genoss. Doch die Bistro-Atmosphäre wäre nicht komplett gewesen, hätte es nicht auch kleine Köstlichkeiten aus der gezeigten Gegend gegeben. Schon morgens hatte hierfür Büchereileiterin Barbara Breuner zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen Nina Schmidt und Kirsten Pavel Erbsensuppe mit Minze, Olivenölkuchen mit Fenchel und Maisbrot mit Kürbismarmelade mit Karotte gekocht und gebacken. „Ja, es macht viel Arbeit, aber es bereitet uns auch große Freude. Der Vortrag wird so viel lebendiger. Wir haben so eine höhere Nachfrage nach Karten. Die Leute lieben das Konzept“, sagte Barbara Breuner.

Die Besucher genossen auch Portugiesischen Wein. Marlis Mainka aus Schwetzingen schmeckte es: „Das Maisbrot fand ich besonders lecker. Ich glaube, das backe ich zuhause nach. Vielleicht auch den Kuchen. “ Die Rezepte lagen aus. Andrea Mai aus Oftersheim gefiel der Vortrag wie auch das Buffet ebenfalls sehr gut und erinnerte sie an früher: „Ein Vortrag mit tollen Bildern und lecker Essen, was will man mehr? Ich kenne Herrn Leist noch als Schülerin, er war ein toller Lehrer.“ „Ich hatte zirka 5400 Schüler im Laufe der Zeit und erinnere mich an fast alle. Meine Schüler wollten mich wegen meines Gedächtnisses sogar mal bei ‚Wer wird Millionär‘ anmelden. Es kam auch ein Anruf, ich hielt es aber für einen Telefonstreich und legte einfach auf“, bekannte Leist.

Ulrich Leist liebt Portugal, ist aber auf der ganzen Welt zuhause. Seine Hochzeitsreise führte ihn nach Lissabon, zwei Jahre lebte er in der Bretagne. „Ich reise viel, bin aber auch gerne daheim. Für Vorträge bin ich unterwegs in ganz Deutschland. Im meinem Keller lagern inzwischen 95 000 Dias.“ Eine eigene Webseite habe er bewusst nicht: „Werbung mache ich lieber nicht. Ich halte schon viele Vorträge im Jahr, würden es noch mehr, hätte ich keine Zeit mehr, die Welt zu bereisen.“ mon

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