Ketsch

Neurottschule Bei den Drittklässlern steht die „Fruchtschule“ auf dem Stundenplan / Daniela Steltenpohl aus Discounter-Expertenpool unterstützt / „Gesund“ kann sogar schmecken

Wenn die Ernährungsingenieurin die Physalis hoch hält

KETSCH.Auf dem Stundenplan am Donnerstag und Freitag stand „Fruchtschule“ für die Drittklässler der Neurott-Gemeinschaftsschule. „Im allgemeinen Stundenplan geht es im Sachkundeunterricht in der dritten Klasse um den Ernährungsführerschein“, erklärte Klassenlehrerein Tamara Plachky, dass man seitens der Schule eine Aktion suchte und beim Lebensmittel-Discounter Lidl gefunden hat.

Ernährungsingenieurin Daniela Steltenpohl aus dem Expertenpool der Discounter-Kette hatte eine Menge frisches Material dabei, das unter anderem zu Gemüsespießen und Frucht-Smoothies verarbeitet werden sollte. Rote Bete, Staudensellerie, Karotten, Bananen, Äpfel, Fenchelknolle und vieles mehr waren in der Gemüsekiste zu finden. „Aber ich habe auch für jedes Kind einen Turnbeutel, der eine Obst- und Frühstücksbox enthält und für die Eltern einen Informationsflyer zu ‚Fünf am Tag‘, dem System, fünfmal täglich Obst oder Gemüse zu sich zu nehmen“, schilderte die Fachfrau, dass das den Hinweis gibt, auch Sport zu treiben, was mindestens ebenso wichtig ist wie sich gesund zu ernähren.

Die Ernährungspyramide kannten die Kids schon prima aus dem Unterricht, das Plakat an der Tafel erklärten sie flugs: Ganz unten steht alles, von dem wir ganz viel essen und trinken dürfen, in der Mitte die Nahrungsmittel, die wir mäßig zu uns nehmen sollen und ganz oben sind die Sachen aufgelistet, die wir nicht wirklich brauchen. Die Pyramide hat die Ampelfarben als Hintergrund.

Auf Stoff gedruckt lag die Pyramide auf dem Tisch. Steltenpohl legte Kärtchen rund um die Pyramide aus, die die leckersten Speisen und Getränke zeigten. Im ersten Schritt sollten diese den passenden Pyramidenstufen zugeordnet werden. Das klappte ganz prima, man spürte, dass die Schüler sich ganz gut auskennen. Mit geschultem Blick entdeckte Steltenpohl jedoch einige Irrläufer, für die es eine Detailerklärung brauchte. Simpel verdeutlicht wurde das wieder mit den Farbzuordnungen, die sich auf der Rückseite der Kärtchen befand.

Pommes nicht im grünen Bereich

Reihum legten die Drittklässler die falsch zugeordneten Karten auf die Richtige Farbfläche. Klar kristallisierte sich heraus, dass Lieblingsessen wie Pommes frittes zwar aus Kartoffeln gemacht sind, wegen des hohen Fettanteils beim Frittieren aber nicht zur grünen Gemüse-Stufe, sondern in die rote Etage gehören.

Bei den Getränken erstaunte die Kinder, dass der Fruchtnektar, nicht wie vom Namen her assoziiert, der reine Fruchtsaft, sondern mit Zucker, Wasser und mehr Beigaben angereichert ist. „Reinen Fruchtsaft immer als Schorle eins zu zwei gemischt mit Wasser trinken, wobei Wasser pur immer noch der beste Durstlöscher ist“, sagte Steltenpohl. In großer Runde ging es danach ans eifrige Obst- und Gemüseraten. Immer ein Teil aus der Kiste wurde allen gezeigt: die Kokosnuss erkannten alle, die Bananen auch, bei der Physalis war es nur ein Kind, das die „Andenbeere“ erkannte. „Wer möchte probieren“, gelang der Schritt ins Erleben und Genießen.

In der Schulküche wurden die Zutaten gewaschen, geschält und geschnitten. Ein Teil landete sauber aufgereiht auf Holzspießen. Der andere Teil wanderte in Standmixer oder wurde mit dem Pürierstab zerkleinert und mit etwas Wasser zum Smoothie. Beim Probieren wurde klar, dass aus knackigen Obst- und Gemüsesorten auch „gesund“ echt lecker schmeckt. zesa

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