Ketsch

Im Interview Britta Habekost genießt mit ihrem Mann „Chako“ die Natur der Enderlegemeinde / Das Paar kommt mit der Lesung von „Elwenfels 3“ ins Central Kino

„Wir finden die Rheininsel wunderschön“

Ketsch.Britta und Christian „Chako“ Habekost stellen den dritten Teil ihres Romans „Elwenfels“ am Mittwoch, 20. März, um 19.30 Uhr im Central Kino vor. In „Elwenfels 3 – Kräutertee im Dubbeglas“ ist der Hamburger Privatdetektiv Carlos Herb einmal mehr in Elwenfels unterwegs und sucht Zuflucht in seinem Sehnsuchtsort. Die beiden Autoren des Regionalkrimis lesen mit verteilten Rollen und einer Vielzahl von verschiedenen Stimmen. Wir sprachen mit Britta Habekost über Teil drei der Elwenfels-Saga, die Besonderheit der Elwenfelser und eine eventuelle Verwandtschaft mit den Ketschern.

Was zeichnet die Elwenfelser aus? Und warum sind sie prädestiniert, von einem Hamburger Schnüffler erkundet zu werden?

Britta Habekost: Die Elwenfelser sind im positiven Sinne unberechenbar. Sie treiben die pfälzische Lebensart auf die Spitze und setzen immer noch eins drauf. Für unseren Hamburger Privatdetektiv Carlos Herb bedeuten sie einen extremen Culture Clash, in dem er sich nicht nur als Ermittler beweisen, sondern auch zu seiner menschlichen Essenz vorstoßen muss, die natürlich überall auf der Welt dieselbe ist. Und das ist den Elwenfelsern auch am wichtigsten. Das Leben in seiner reinsten Form zu feiern.

Könnte der ein oder andere Elwenfelser Verwandtschaft in Ketsch haben?

Habekost: Eigentlich nicht, denn als Elwenfelser hat man keinen Grund von dort wegzuziehen. Wenn man Elwenfels aber als Symbol sieht – denn es ist ja ein imaginärer Ort – dann kann es eigentlich überall sein, überall wo´s schää is. Un in Ketsch isses schää ….

Was verbinden Sie mit Ketsch? Oder betreten Sie im Central Kino Neuland?

Habekost: Wir haben einmal einen Ausflug auf die Ketscher Rheininsel und den Rheinauenwald gemacht. Wir fanden es da so wunderschön und beeindruckend, dass wir uns vorgestellt haben, dass diese Landschaft eigentlich in einem Hollywood-Blockbuster verewigt werden müsste, der dann im Kino gezeigt wird, also auch im Ketscher Central. Das hätten wir dann zu diesem Anlass bestimmt zum ersten Mal betreten – wenn wir selbst dieses Kino vorher nicht für eine unserer Lesung zweckentfremdet hätten ….

Sie sind Heilbronnerin, in Ludwigsburg aufgewachsen – dort spricht man zwar Dialekt, aber nicht Kurpfälzisch: Waren es harte Lehrjahre oder fiel es Ihnen leicht?

Habekost: Ich hatte nie einen wirklich großen Bezug zum schwäbischen Dialekt und wurde zum Glück einigermaßen hochdeutsch erzogen. Obwohl man mir die Herkunft in seltenen Momenten eventuell noch ein kleines bisschen anhört. Tatsächlich ist Chako der erste Mensch, den ich jemals pfälzisch habe reden hören und deswegen war es auch akaustisch Liebe auf den ersten Blick und kein bisschen schwer.

Welchen Part beim Krimischreiben haben Sie, welchen Ihr Mann?

Habekost: Die Story denken wir uns immer zusammen aus. Da ich es gewohnt bin, lange Texte aus dem Wort-Steinbruch zu klopfen, schreibe ich den Fließtext und lege das Atmosphärische an. Die ersten Kapitel schicke ich Chako und er feilt dann an den satirischen Parts, peppt die Dialoge auf und haucht dem Ganzen die pfälzisch-kabarettistische Seele ein. So geht es kapitelweise bis zum Schluss. Danach schauen wir uns alles noch einmal gemeinsam an und jeder lässt seine persönlichen Korrekturen einfließen. Es ist im wahrsten Sinne ein Gemeinschaftswerk.

Ist es nicht total schwer, mit Kabarettist „Chako“ Habekost einen Krimi zu schreiben – tut Ihnen nicht regelmäßig das Zwerchfell weh?

Habekost: Ja, aber ich liebe Zwerchfell-Schmerzen. Und ich bekomme vielleicht auch früher als andere Leute tiefe Lachfalten im Gesicht, weil Chakos private Persönlichkeit mindestens genauso lustig ist wie seine Bühnenpersönlichkeit. Es ist tatsächlich so, dass ich oft laut herausplatze, wenn ich am Schreibtisch sitze und die von ihm redigierten Textpassagen zum ersten Mal lese. Ich liebe das. Es fühlt sich nie wie Arbeit an.

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