Ketsch

Neurottschule Jubiläumsfeier fällt alles andere als steif aus / Viel Lob für den Ort, an dem offensichtlich gerne gelernt wird / Rektor lobt die gute Zusammenarbeit

„Wir haben eine zukunftsfähige Schule“

KETSCH.Wie farbenfroh und fröhlich der Lebensraum Schule sein kann, zeigte die Neurott-Gemeinschaftsschule mit einem Festakt zum 50-jährigen Bestehen. Festreden, Gesang, Tanz und sogar ein Wiedersehen mit dem aus den 1990ern bekannten Show-Format „Dingsda“ sorgten für einen bunten Abend, der in einem Ehemaligentreffen mit viel Plauderpotenzial und Wiedererkennung endete.

Gesungene Glückwünsche brachten Chor und Orffgruppe, die schon Tradition an der Neurott-Gemeinschaftsschule (NRGS) haben. Unter der Leitung von Barbara Reuter (Chor) und Britta Fellenberg (Orff-Gruppe) luden die Kinder ein: „Feiern wir heut‘ all zusammen“ untermalt mit Gesten.

Zeichen der Beständigkeit

Locker stimmten sie damit auf die Feier ein, zu der Konrektorin Martina Rittershofer in die Runde begrüßte und dabei bereits ansprach, was in allen Reden zu hören war: „Es sind die Menschen, die eine Schule mit Leben füllen.“ Beginnend mit den Schülern, den Eltern in verschiedenen Funktionen, den Lehrern, endete die Auflistung mit Sekretärin und Hausmeister noch lange nicht.

Nahtlos ging Bürgermeister Jürgen Kappenstein auf „das gute Miteinander“ über. „Lehren, lernen und arbeiten“, das hieß es schon für Generationen von Heranwachsenden der Gemeinde, viele Eltern schenkten der Grund- und weiterführenden Schule das Vertrauen, „ein Zeichen der Beständigkeit“, sagte Kappenstein. Kurz zitierte er die Entwicklung der bei Entstehung der einst sechs Millionen Mark teuren Schule mit Turnhalle und Schulsportplatz. Es war eine Investition aus einer Notwendigkeit heraus geboren – der Schulraumnot Anfang der 1960er Jahre.

Mit Start der Bauarbeiten im Jahr 1966, die bis 1968 dauern sollten, dem Einzug der ersten Grundschulklassen und der Hauptschüler im September des gleichen Jahres und den übrigen Schülern Ostern 1970 hielt er sich dabei kurz. Den ersten Schulleiter von 1968 bis 1989, Karl Fuchs, der 2018 verstarb, würdigte er, schloss daran die Auflistung der verantwortungsvollen Schulleiter Horst Pohl, Angelika Krieger und den amtierenden Joachim Rumold an.

Von den steten Veränderungen in der Schule, am Gebäude, in Klassenzimmern und Fachräumen, wie auch aktuell bei der Aufrüstung zur Gemeinschaftsschule sichtbar, sprach er. Schlagworte wie Hortbetreuung, Außenklassen, Schülercafé und Kulturbühne fielen. „Der Ausbau zur Gemeinschaftsschule ist eine Investition von rund zehn Millionen Euro in die Schule, eine Investition in die Jugend“, sagte der Bürgermeister. Sehr zur Freude von Rektor Joachim Rumold überreichte er einen mobilen Beamer als Jubiläumsgabe.

Eingängige Musikstücke

Die knappe Rede von Schulrätin Angelika Treiber umrahmten zwei Stücke, die die jeweiligen Pianistinnen aus der Klasse 4 a selbst geschrieben hatten. Franka Hellmann hat das Lied im Herbst geschrieben, als die Gänse in den Süden zogen, in einer eingängigen Melodie war das durchaus nachvollziehbar. Katharina Helmling ließ mit ihrer Musik „Schwimmende Schwäne“ in die Fantasie der Zuhörer einziehen – beide erhielten starken Beifall.

Treiber redete vom Wandel der Wissensvermittlung von Tafel und Kreide zu PC und Tablet: „Wir haben hier eine zukunftsfähige Schule.“ Rektor Joachim Rumold indes beleuchtete die Fragestellungen „Woher kommen wir? Wo stehen wir? Wo hin geht der Weg?“ Selbst ist er seit 2005 an der Schule, deshalb sprach er wenig über die Vergangenheit, die er jedoch als „basisgebend“ würdigte, und verwies auf die Inhalte der Festschrift.

Als tragende Säulen des Schullebens in der Gemeinschaftsschule arbeitete er die Kollegialität heraus, dazu das Engagement aller und nicht zuletzt Kultur, Musik und Kunst, die stark machen für die Herausforderungen der Zukunft: „Über 50 Jahre wurde hier ein guter Ort für Kinder geschaffen, die hier in wertschätzender Atmosphäre Potenziale entwickeln können.“

Die Tanz-AG sorgte mit einem schmissigen Auftritt für den Raum, die Worte wirken zu lassen. Elternbeiratsvorsitzender Markus Schneider lobte die gute Zusammenarbeit aller am Schulleben beteiligten. Die Schülersprecher Celine Renken und Jean-Pierre Witzler resümierten sehr zufrieden: „Wir sind froh, an der Neurottschule zu sein, und gratulieren herzlich.“

Mit dem Schulsong – modifiziert im Stil der 1968er Jahre – in den kunterbunten Klamotten der Flower-Power-Aufbruchszeit, entließen die Fünftklässler die Festgemeinschaft zur Neuauflage von „Dingsda“.

Pfiffiges Finale des Festakts

Die wortreichen, neunmalklugen Sprüche „rund um den heißen Brei“ übernahmen recht redselig heuer einige Schüler und Schulleiter Joachim Rumold sowie Sekretärin Birgit Krug. Ein Spaß für die Gäste, die eifrig mitraten durften und mehrfach laut lachten. Etwa, als Rumold sich selbst mit den Worten beschrieb: „Ein schöner Mann, der Arbeit macht.“ Ein cooles und pfiffiges Ende des offiziellen Teils.

Zum Büffet und Smalltalk gesellten sich etliche ehemalige Schüler, die den Abend nutzten, ihre alte Schule noch einmal zu besuchen, sich mit lange nicht mehr gesehenen Schulkameraden zu treffen und sich auf vielen alten Bildern wiederzufinden.

Info: Weitere Bilder gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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