Ketsch

Central Bei „Sun Day Movies“ steht der Tag vor Allerheiligen im Mittelpunkt / Das nach Gründer Wilhelm Knittel benannte Kino-Gespenst treibt sein Unwesen

„Wir kannten Halloween gar nicht“

Ketsch.Dutzende von Kindern strömten am Sonntagvormittag mit ihren Eltern, Großeltern oder Bekannten ins Central Kino und sie staunten nicht schlecht, als sie am Eingang von einem weißen Gespenst begrüßt wurden. Beim „Sun-Day-Movies“-Team des Central Kinos stand diesmal das Thema Halloween und Gruseln im Mittelpunkt. Sowohl einheimische Familien als auch Flüchtlinge wollten sich das Spektakel mit dem Gruselfilm „Hotel Transsilvanien 3“ nicht entgehen lassen. Kurz vor Beginn gab es keine freien Sitzplätze mehr.

Zunächst jedoch begrüßte Moderatorin Janine Marielle Ruch die Gäste und erzählte etwas über den Ursprung des Brauchs an Halloween. „Eigentlich habe ich erwartet, hier kleine Hexen, Vampire, Geister uns so manch andere gruselige Gestalten anzutreffen“, sagte sie, „leider sind der Aufforderung, sich zu verkleiden, nur wenige nachgekommen“, bedauerte die Projektleiterin, die sich seit Jahren schon für Kontakte zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen engagiert.

Außer sie selbst, die Mitarbeiterinnen des Kinos und der Gast des Abends, der Theaterpädagoge Werner Ries, erschien kaum jemand im Halloween-Kostüm. Das beeinträchtigte den Spaß keineswegs, denn alle fieberten dem Film um dem Vampir Dracula entgegen.

Ursprung in Irland

Bevor es jedoch losging, informierte Janine Marielle Ruch, dass viele Leute Halloween mit Amerika verbinden, es aber seinen Ursprung in Irland hat, wo es am Abend vor Allerheiligen gefeiert wurde. Damit die Gestalten der Zwischenwelt nicht auffielen, verkleideten sie sich. Erst mit den Auswanderern kam der Brauch nach Nordamerika. Für jene, die zum ersten Mal zum „Sun Day Movies“ gekommen waren, erklärte Janine Marielle Ruch die Grundsätze des Projekts: „Wir setzen uns für die Werte ein, an die wir glauben“, informierte sie, „das sind Respekt, Toleranz, Integration und Menschlichkeit“. Für diese Werte konnte auch der Theaterpädagoge Werner Ries gewonnen werden, der schon am Eingang mit dem weißen Gespenst die Besucher erschreckt hatte.

Ihn und Lamin aus Gambia bat Ruch nach vorne für ein kurzes Interview. Was die weiße Figur darstellt, wollte sie zunächst von Werner Ries wissen. „Es ist das Kino-Gespenst“, erklärte er, „das nach dem Kinogründer Wilhelm Knittel benannt ist.“ Wie habe er in seiner Kindheit Halloween wahrgenommen? „Ich bin ja schon etwas älter“, meinte Ries dazu, „wir kannten früher den Begriff Halloween gar nicht, aber so um Allerheiligen herum haben wir Rübenköpfe von den Bauern geholt, mit dem Messer ausgehöhlt und eine Kerze reingestellt. Diese stellten wir ins Fenster oder sind damit im Ort rumgelaufen und haben die Leute erschreckt“. Lamin berichtete, dass man in Gambia Halloween nicht kenne, doch gibt es im Monat November einen Tag, an dem sich die Frauen in Männer verkleiden und umgekehrt. Die Kinder bekommen Süßigkeiten und an alle wird Reis ausgeteilt, den ausnahmsweise die Männer zubereiten. Passend für die gruselige Atmosphäre eines Halloween-Festes wurde der Film „Hotel Transsilvanien 3 – Ein Monster Urlaub“ ausgewählt.

Verliebt in Kapitänin Ericka

Temporeich, witzig und ungemein einfallsreich inszeniert, amüsierten sich die kleinen und großen Zuschauer dabei prächtig. In dem Film geht es darum, dass Drakulas Tochter Mavis einen Urlaub für ihren gestressten Papa, den Vampir Drakula, plante. Auf das geheimnisvolle Kreuzfahrtschiff, das der Graf viel doofer fand als sein Hotel, kommen seine Familie und Freunde mit. Richtig spannend wird es, als er sich in die Kapitänin Ericka verliebt, ohne zu ahnen, dass sie die Urenkelin des Vampirjägers Van Helsing ist, der den Grafen Drakula töten will. Am Ende entscheidet sich das Los der Monstergemeinschaft in einem DJ-Battle: Böser Weltuntergangstechno gegen Feel-Good-Pop. Die Botschaft, die hinter dem Animationsfilm steckt, passte ebenfalls zum „Sun-Day-Movies“-Projekt: Egal, ob man weiß oder schwarz ist, groß oder klein, dick oder dünn, Tier, Monster oder Einhorn – alle sind Kreaturen dieser Welt.

Nach dem Film ließen die Besucher den Vormittag in Gesprächen bei Kaffee und Kuchen ausklingen, während die Kinder Halloween-Süßigkeiten bekamen.

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