Ketsch

„Entenpfuhl“ Grüne kritisieren geplante Rodung wegen Kiesabbau

„Wir werden gegen das Projekt agieren“

Ketsch.Die Ketscher Grünen melden sich zum geplanten Kiesabbau im Gewann „Entenpfuhl“ (wir berichteten mehrfach) zu Wort und machen vor allem auf den „Scoping-Termin“, eine öffentliche Besprechung im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Kurfürstenanlage 38-40 in Heidelberg, aufmerksam. Dieser soll am Dienstag, 20. August, 10 Uhr stattfinden, schreiben die Grünen.

„In nächster Zukunft ist die Errichtung einer Kiesausbeutung und eines Aufbereitungswerkes im Gebiet ,Entenpfuhl’ geplant. Dazu soll Wald auf einer Fläche von 42 Hektar gerodet werden. Es betrifft praktisch den gesamten Wald zwischen Ortsrand Ketsch und der B39-Abfahrt nach Hockenheim-Talhaus. Dort soll dann bis auf eine Tiefe von 35 Meter ausgebaggert werden. Das Vorhaben wird bis zu 35 Jahre lang andauern. Momentan läuft ein Genehmigungsverfahren. Wir sehen dieses Projekt mit Besorgnis“, heißt es in einer Mitteilung von Bernd Kraus.

Verunreinigungen befürchtet

Die Grünen sehen darin eine Gefährdung des Wasserhaushaltes im weiteren Umfeld. „In circa 700 Metern Entfernung befindet sich das Wasserwerk Schwetzinger Hardt. Dort wird zwar aus tieferen Schichten gepumpt. Aber schwerwiegende Einflüsse wie Verunreinigungen aus dem Baggerbetrieb wären möglich. Außerdem leidet der angrenzende Wald jetzt schon unter der zunehmenden Trockenheit. Bäume bekommen jetzt schon nicht genug Wasser. Das wird sicher eine zusätzliche Belastung für diesen Wald“, sind sich die Grünen sicher. Ein Kieswerk sei mit Sicherheit eine erhebliche Lärmquelle; Lärm, der sich von dort über das freie Feld Richtung Ketscher Ortsrand ausbreite. „Außerdem befinden sich drei Fernverkehrswege hinter diesem Wald. Auch deren Lärmpegel, der bislang durch den noch stehenden Wald gedämpft wird, hat dann ungehinderten Zugang nach Ketsch“, so Kraus.

Dem betroffenen Wald als Naturwert werde im Genehmigungsverfahren ein geringer Wert beigemessen. Er sei für die Bürger kein favorisiertes Spaziergebiet. Aber gerade das mache ihn für verschiedene Tierarten, Vögel, Fledermäuse, Kleinwild, zu einem sicheren Aufzuchtgebiet. Wieder mal habe die Natur keine Lobby. Es stünden keine monetär wertvollen Bäume dort und schon sei die Natur in diesem Gebiet nicht viel wert. Ein CO2-Speicher sei sie aber allemal.

„In großen Reden wird von Klimaschutz gesprochen. Es soll mehr Nationalparks, Schutzzonen, Aufforstung und Grünstreifen geben. Und hier soll ein ,gering geschätzter’ Wald in einem Ballungsraum Wirtschaftsinteressen geopfert werden. Keine zwei Kilometer entfernt soll ein weiterer Wald, zwischen der A6 und Hockenheim, für einen größeren Rastplatz für noch mehr LKWs fallen“, schreibt Bernd Kraus und bekräftigt: „Die Ketscher Grünen werden mit allen Kräften gegen dieses Projekt agieren.“ zg

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