Ketsch

Handball-Bundesliga Frauen Bären treten in Buxtehude an

„Wir wissen, dass es um alles geht“

Archivartikel

Kurz vor dem Jahreswechsel hat Adrian Fuladdjusch seiner Handball-Mannschaft noch einmal eine Rechenaufgabe mit auf den Weg gegeben. Aus den letzten fünf Partien der Hinrunde der Frauen-Bundesliga forderte der Trainer der Kurpfalz-Bären mindestens zwei und im besten Fall vier Punkte. Die größte Chance, einen ersten Etappenerfolg zu erreichen, verpasste die Ketscher Mannschaft am vergangenen Sonntag bei der 21:22-Niederlage gegen Aufsteiger HL Buchholz 08-Rosengarten (wir berichteten). Die nächste Möglichkeit bietet sich an diesem Mittwoch, 30. Dezember, im Gastspiel beim Buxtehuder SV (Anwurf: 19 Uhr).

Das Team aus Niedersachsen empfängt die Bären aber mit einem ganz anderen Hintergrund und Anspruch: Vier Vize-Meisterschaften in der Bundesliga, zwei DHB-Pokalsiege und Triumphe im Euro-City-Cup (1993/94) und dem Challenge-Cup (2010) sprechen für sich. Der letzte große Erfolg liegt aber bereits drei Jahre zurück. Ein Grund dafür: Immer wieder verließen wichtige Leistungsträgerinnen den Verein – zuletzt mit Emily Bölk das wohl größte Talent des deutschen Frauen-Handballs in Richtung Ungarn.

Während die Bären mit dem Ärger über den verpassten ersten Punktgewinn in dieser Saison die Reise bereits am Dienstag angetreten haben und einen Zwischenstopp mit Übernachtung einlegen, geht der BSV mit Rückenwind in das letzte Heimspiel des Jahres. Das Team von Dirk Leun setzte sich am Sonntag mit 31:20 bei Frisch Auf Göppingen durch. Überheblich ist der Coach aber nicht, obwohl die Ausgangslage eindeutig zu sein scheint: „Ketsch hat auch gegen Bensheim/Auerbach und Bad Wildungen enge Spiele abgeliefert. Es wird ein starker Kontrast. Gegen Göppingen wussten wir, was auf uns zukommen wird. Jetzt müssen wir uns neu einstellen. Sie sind taktisch sehr kreativ und versuchen, ihre individuellen Nachteile mit taktischen Varianten auszugleichen.“

Jedes Spiel birgt eine Chance

Nun kommen aber nicht nur individuelle Nachteile zum Tragen, auch die personelle Lage verschärft sich am Altrhein zusehends. Elena Fabritz wird nach einer Entzündung beider Leisten behutsam aufgebaut, Sina Michels fehlt voraussichtlich drei bis vier Monate wegen einer Knieverletzung und am Sonntag erwischte es auch noch Rebecca Engelhardt. Wegen eines Pferdekusses ist auch ihr Einsatz fraglich. Darüber hinaus fehlt Katja Hinzmann berufsbedingt. Somit steht Elena Winnewisser vor einem längeren Einsatz und auch Anna Filmar ist weiter eine Option.

Beim BSV wird sich das Aufgebot indes nicht verändern. Caroline Müller-Korn fehlt ebenso wie auch Johanna Heldmann. Leun macht sich aber keine Sorgen: „Wir haben keine Notwendigkeit, ein Risiko einzugehen.“

Ob Fuladdjusch in Buxtehude alles auf eine Karte setzen wird, bleibt abzuwarten. Die Spielerinnen wissen aber, wie prekär die Lage mittlerweile ist. Nur der 1. FSV Mainz 05 hat auch noch keine Zähler auf der Habenseite. Dafür ist der Relegationsplatz bereits sechs Punkte entfernt. „Wir hatten natürlich andere Ziele, aber wir konzentrieren uns jetzt auf die Partie in Buxtehude. Wir werden Vollgas geben, denn wir wissen, dass es um alles geht“, versprach Kreisläuferin Lena Feiniler und auch die zuletzt starke Torhüterin Johanna Wiethoff blickt optimistisch voraus: „Uns steht eine lange Fahrt bevor, aber wir haben in jedem Spiel eine Chance. Wenn wir uns alle um fünf Prozent steigern, dann kann es funktionieren.“ Geht der Plan der jungen Schlussfrau auf, dann sind die Bären ein ganzes Stück näher dran, die von Fuladdjusch gestellte Rechenaufgabe gerade noch rechtzeitig zu lösen. mjw

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