Ketsch

Heimat- und Kulturkreis Grüne Börse floriert und in kurzer Zeit haben Frauenmantel, Wolfsmilch und Co. neue Besitzer

Wunschpflanzen direkt aus dem Garten

KETSCH.Es duftet im Hof des Anwesens in der Schillerstraße 32 nach Erde, nach Kräutern, nach Blüten. Dort findet die Pflanzenbörse des Heimat- und Kulturkreises Ketsch statt. Dessen Vorsitzende Ingrid Blem lebt hier, pflegt einen immensen, verwunschenen Garten mit einer Vielfalt an Blumen, Bäumen, Kräutern. Wie viele Ketscher dezimiert sie den Bestand an Ablegern in der aktuellen Pflanzzeit und stellt überschüssige zum Verkauf in die überdachte Hofeinfahrt.

„Schon vor neun Uhr stehen die Leute an, sie wissen, dass es hier ganz frisch gestochene Pflanzen gibt, die sie daheim gleich wieder ins Erdreich einbringen können“, erklärt Blem den Bekanntheitsgrad der Börse.

Kein Wunder also, dass viele Bekannte vorbeischauen, die lange Liste mit Namen von Blumen durchforschten, um sich dann das Passende zu bestellen – denn Ingrid Blem hat zwar diverse Ableger schon gebracht bekommen, aber Wunschpflanzen holt sie direkt aus dem Garten.

Mit der Hacke ans Werk

Mit der Hacke und der Schaufel geht sie ans Werk, steht mitten zwischen Akeleien – lilafarben sowie roséfarben – sorgt für Nachschub an Klatschmohn und Funkien. Letztere nimmt Andrea Amadé gerne mit. Sie erzählt, dass sie erst kürzlich in die Enderlegemeinde gezogen ist und einen schönen großen Garten hat. „Der will begrünt sein“, strahlt sie und findet das Angebot mit den selbst vervielfachten Pflanzen klasse.

Enorme Auswahl

Zufrieden schauen auch Edith und Heiko Otte aus: „Es ist toll, welche Auswahl es hier gibt, wir haben einen großen Garten, eigentlich ist der angelegt, aber wir finden immer wieder etwas, das uns gefällt“, sagen sie, dass sie auf jeden Fall ein Plätzchen für den Frauenmantel finden. „Gibt es noch Bauernnelken?“, „Haben sie noch einen Farn?“ oder „Nee, die Ochsenherz-Tomaten sind alle?“ – auf die eifrigen Helfer des Heimat- und Kulturkreises, unter anderen Karin Schwaab und Karin Hofmann, die eifrig alle Pflänzchenpreise addieren, prasseln viele Fragen und auch die Enttäuschungen nieder. Schnell finden sie für die Enttäuschten eine Alternative, Ingrid Blem ist gleich wieder im Garten unterwegs, sieht nach, ob es noch ein Stück Waldfarn gibt.

Derweil gehen Schnittlauch, Sonnenhut, Küchenschelle, Wolfsmilch, Wollziest, Erdbeeren, Frauenmantel, Schwertlilien, Jungfer im Grünen und Pfingstrosen über den „Ladentisch“, fachlicher Rat von den Gartenfeen inklusive. Keine zwei Stunden später ist Tabula rasa und alles Grünzeug weg. zesa

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