Ketsch

Ferdinand-Schmid-Haus Puppenspielerin Maren Kaun begeistert

Yusuf sucht den Übeltäter

Ketsch.Was aus einem Tisch mit braunem Tuch alles werden kann – man glaubt nicht, was Fantasie, geschickte Hände und versiertes Puppentheaterspiel alles vermögen. Puppenspielerin Maren Kaun vom gleichnamigen Tourneetheater kann’s. Mit dem Stück „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ lebt sie ihre Kreativität voll aus, fesselt die Kinder, von denen einige die Geschichte um ein langgehegtes Tabu – die müffelnde Notdurft – kennen.

„Igitt“, rufen die oft, vor allem dann, wenn der Maulwurf mal wieder beim falschen Tier anklopft, das ihm dann live und in Farbe demonstriert, wie so ein Häufchen bei ihm aussieht, wenn es denn „mal muss“. Wer hat mir auf den Kopf gemacht?“, fragt sich Maulwurf Yusuf, nachdem er eine, sagen wir mal, wenig fein duftende „Mütze“ bekam, just als er den Kopf aus dem Maulwurfshügel (Tisch mit braunem Tuch) streckt.

Damit startet er seine Umfrage in der Tierwelt. Getreu der literarischen Vorlage von Werner Holzwarth und Wolf Erlbruch verleiht Maren Kaun den Tieren Stimme, legt ihnen Laute, die zur Art passen, in Mäuler und Schnäbel, die sie den Zuschauern übersetzt. Der Maulwurf selbst hat ein undeutliches Grummeln als Stimme, derart betont, dass der Zuschauer im Kopf schon versteht, was gemeint ist.

Ein Vogel flattert vorbei, gleich fragt der Maulwurf: „Hast du mir auf den Kopf gemacht?“ Der Piepmatz verneint und produziert weiße Tropfspuren, die der Maulwurf mit seinem „Häufchenhut“ vergleicht. Der Hase findet den „neuen Hut“ vom Maulwurf zum Lachen, das tun die Kinder auch und sitzen erwartungsvoll, weil auch der Hase ein Verdächtiger ist und dem Maulwurf zeigt, wie er „so macht“. Da ploddern die Köttel aus dem Hasenpo, dass es nur so kracht.

Die Kuh drückt ihren Fladen ab

Gekicher wird laut, als eine Ziege ihren meckernden Kopf aus dem Braun erhebt, befragt die Tat verneint und nun selbst ihr bröckeliges Häuflein präsentiert. Wenig später drückt die Kuh mit ordentlichem „Platsch“ ihren Fladen ab. Da ist Yusuf schon froh, dass sie ihn nicht getroffen hat. Aber das Schwein findet diese Sauerei total klasse und wälzt sich darin. Dem Pferd fallen die Pferdeäpfel nur so aus dem Hinterteil, und der Maulwurf hat immer noch nicht den Verursacher gefunden – bis die Fliege wüst summend auftaucht und sich als futternde Fachfrau in Sachen Kot erweist.

Nach beherzten Bissen in die stinkende Kopfbedeckung hat sie den Übeltäter rausgeschmeckt: Metzgerhund Hans Heinrich war’s. Glücklich schleicht sich der Maulwurf an die Hundehütte ran, der schläft und bekommt seinerseits eine Ladung ab – Rache ist süß und der Applaus groß. zesa

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