Ketsch

Central Renovierung des Kinos hat begonnen / Sessel werden aufgearbeitet und der Bodenbelag erneuert / Ein Gewinn in Sachen Optik und Sicherheit

Zauber der Nostalgie bleibt weiter erhalten

Archivartikel

Ketsch.Nichts da, von wegen bequem in den Kinosessel legen und einen Film mit vielen Stars genießen – seit dem gestrigen Morgen sind Akkuschrauber, Fräsen, Hämmer und Handwerker die Stars im Central Kino. Drei Arbeiter liegen unter den Sesselreihen aus dem alten Rheingold-Kino in Brühl, die vor Jahren in der Enderlegemeinde eingebaut wurden. Per Hand lösen sie die Befestigungsschrauben der Sitzmöbel, weil dort der Akkuschrauber nicht hineinpasst.

An anderer Stelle sind diese Werkzeuge aber im Dauereinsatz und helfen jede zweite Rückenplatte der Stühle zu lösen. So wird der Arbeitsbereich freigelegt, damit die verankernden Schrauben zwischen den Rückenlehnen und Sitzflächen herausgenommen werden können. Es sind Vorarbeiten für den Komplettausbau, der für Tag zwei der Kino-Renovierung angedacht ist.

Boden wehrt sich heftig

Es ist viel los, wo sonst Popcorn oder Chips gefuttert werden und in andere, manchmal ferne Welten abgetaucht wird. Parallel zur Demontage der Sitze ist eine weitere Firma dabei, den Bodenbelag zu lösen. „Der alte Boden ist mit Harzkleber verlegt und lässt sich nur sehr schwer ablösen“, schildert Bertwin Fichtenmeier, einer der Bodenleger, und zeigt auf einige Quadratmeter Teppichbodenplatten, die angefeuchtet unter einer Plane durchziehen, in der Hoffnung, dass der Kleber bis zum nächsten Morgen aufweicht, der Boden sich löst.

Sind die Stühle am heutigen Dienstag raus und deren Verankerungsstangen ausgebaut, dann legen die Bodenarbeiter richtig los. Haben sie den alten Boden entfernt, wird geschliffen, damit Kleberreste und Unebenheiten verschwinden. „Das wird nicht ganz reichen, wir müssen danach die komplette Fläche spachteln, damit sie möglichst eben ist, bevor der neue Kugelgarnboden aufgebracht werden kann“, sagt der Fachmann.

Der Bodenbelag wird – einheitlich in dunklerem Grau – den gesamten Bereich inklusive Empore und die Bühne überziehen. Etwas heller gefärbt ziert er etwa 1,20 Meter hoch die Seitenwände.

Gut drei bis vier Wochen brauchen die Bodenleger für diese Arbeiten. Im gleichen Zeitraum wird in der Speyerer Polsterei das Facelift der Sitze gemacht. Neue Polster und der rote Bezug werden dort angefertigt. Direkt vor Ort in Ketsch wird die Unterkonstruktion der Sessel auf Vordermann gebracht, wozu alle Metallteile abgenommen und neu verschweißt werden. „Ein wenig rücken wir bei der Gelegenheit auch die Reihen auseinander, damit ein breiter Weg etwa in der Mitte der Reihen entsteht, der direkt zur Fluchttür führt“, schildert Hansdieter Gehres vom Central-Team, der kurz vorbeischaut.

Von Braun zu Rot gewechselt

Zeitgleich erhält die Loge einen zweiten Zu- und Abgang. „Das kostet zwar vier Sitzplätze, ist aus Sicherheitsgründen aber notwendig“, so Gehres. Heute werden die Sessel aus ihren Verankerungen gelöst und abtransportiert in die Polsterei. Einen Blick auf ein Anschauungsexemplar konnten die Kinoleute sicher werfen. „Allein der Farbwechsel der Stühle von Braun zu Rot wird die Optik des Kinosaals wohl stark verändern“, ist sich Hansdieter Gehres sicher. Klar ist schon beim ersten Blick: da warten noch einige Überraschungen auf das Team, wie etwa auf der Bühne, bei der ein Teil des Bodens betoniert, ein anderer aus Backsteinen gefertigt ist. Alle losen Teile müssen dort weggeräumt werden, die Fläche mit Estrich ausgeglichen sein, damit der neue Belag eben aufliegt.

Aber es ist auch Grund zur Vorfreude, nicht nur, dass das Kino einen neuen Look und mehr Glanz bekommt, auch die Sicherheit ist weitaus besser gewährleistet mit Bezugsstoff und Bodenbelag aus schwer entflammbarem Material sowie den zusätzlichen breiteren Gängen als Fluchtwege.

Wiedereröffnung im Juli

Bis zum geplanten Neustart ins regelmäßige Kinoangebot mit der Programmmatinee am Sonntag, 1. Juli, 11 Uhr, ist noch viel zu tun. Jedoch am Ende wird das schmucke Kino sicher zu einem Juwel avancieren und wieder viel Kinospaß in nostalgischem Ambiente bei neuester Technikausstattung bieten.

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