Kommentar

Bewahren und gut pflegen

Archivartikel

Jürgen Gruler behält Heinz Friedrichs Lebenswerk im Blick

Das hätte Heinz Friedrich gut gefallen. Die Nachdenklichkeit in der Predigt von Pfarrer Steffen Groß, das Versprechen von Bürgermeister Matthias Steffan, das Improvisieren von Aart Gisolf zum Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“ auf dem Saxofon, das wunderbare Malerwetter draußen und dass sich so viele Weggefährten und Freunde nochmals in der Stadtkirche getroffen haben – all das wäre ganz nach seinem Geschmack gewesen. Und doch hätte er einen Kritikpunkt gehabt: Dass es um ihn selbst geht, dass er ausführlich gewürdigt und gelobt wird, das hätte der bescheidene Mensch und Künstler lieber nicht hören wollen.

Aber von Heinz Friedrich wird mehr bleiben als unsere Erinnerungen an jene zufälligen Begegnungen, wenn er als über 80-Jähriger behände vom Fahrrad sprang, um einen kleinen Plausch auf der Straße zu halten. Oder sein Leuchten in den Augen, wie schön seine Drucke in unserem Redaktionsflur nach der neuen Rahmung zur Geltung gekommen sind. Und gar der Genuss, beim Jazz neben ihm im Rokokotheater sitzen zu dürfen, als er auf seinem Block einige Skizzen von den Musikern angefertigt hat.

Uns bleibt sein Lebenswerk – an der eigenen Wohnzimmerwand, in der Sammlung der Stadt und vor allem im öffentlichen Raum. Sein wunderbares Auferstehungsfenster in der Friedhofskapelle, das so vielen Hoffnung gibt, das Wandbild im Melanchthonhaus, das Werner Schellenberg 1998 bei ihm in Auftrag gegeben hat, der Jäger aus Kurpfalz am Haus von Familie Schuhmacher oder der Pfau bei Farben Schäfer. Der Bürgermeister hat versprochen, dass die Stadt sein Werk bewahren wird. Zur Sicherheit werden wir auch ein Auge drauf haben, das habe ich Heinz Friedrich zu Lebzeiten versprochen.

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