Kommentar

Bloß kein Gejammer

Archivartikel

Jürgen Gruler amüsiert sich über Namen, die nicht zum Beruf passen.

Für seinen Nachnamen kann ja niemand was. Außer man heiratet einen Menschen, der einen kuriosen Namen trägt und behält nicht seinen eigenen, wie das ja in Zeiten der Emanzipation längst möglich ist. Das hat auch den Vorteil, dass Doppelnamen-Ungetüme wie Leutheusser-Schnarrenberger heutzutage wieder seltener werden – zum Glück.

Geht man dann offenen Auges beim Sonntagsspaziergang durch die Stadt, dann entfährt einem angesichts vorhandener Arzt- oder Firmenschilder doch manchmal ein Jauchzer der Heiterkeit und gleich darauf beginnt in einem das Kopfkino. So war das kürzlich in Speyer, als ich die Psychotherapeutische Praxis von Nicole Jammer entdeckt habe und mir vorstellte, wie der Name zum Programm wird und heulende und jammernde Menschen ein ganzes Wartezimmer füllen und die Therapeutin mit ihnen ins Wehklagen einstimmt. Dabei gelten sie und ihr Praxispartner als wahre Könner ihres Faches.

Schon früher als Kind fand ich es auch sehr seltsam, dass unser Bäcker Schmutz hieß, aber trotzdem alle seine Salzwecken und sein Bauernbrot liebten. Oder was hat die Vorfahren von Heiner Back geritten, eine Metzgerei statt eine Bäckerei zu eröffnen? Und warum ist Eugen Ruß IT-Spezialist statt Schornsteinfeger geworden? Das erinnert mich auch an meinen alten Schulfreund Hans-Peter Schwanz. Der bekommt bis heute Post, die an Hans-Peter Schwarz adressiert ist, weil die Leute glauben, dass das ein Fehler sein muss und sich Herr Schwarz sicher ärgern würde, wenn er einen Brief bekäme, auf dem Schwanz stünde. Das ärgert ihn jetzt mindestens genauso.

Bleibt die Frage, welchen Beruf denn Peter Clohocker am besten ergreifen sollte oder ob er nicht doch lieber ein Fräulein Schmitt oder Meier heiraten soll! Das wäre dann am besten mit den Psychotherapeuten zu klären, oder?

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