Kommentar

Die Mehrweg-Zwiebel

Katja Bauroth freut sich, dass Vierjährige nachhaltig agieren

Bei uns zu Hause besteht der goldene Leitsatz, dass keine Nahrungsmittel weggeworfen werden. Es wird nach Maßen – zumeist mit Essensplan für die Woche – eingekauft. Eine große kreative Freude ist die Resteverwertung. Sie glauben gar nicht, was für Pizzen und Quiches so entstehen. Schön ist, wenn auch die lieben Kleinen diese Angewohnheit annehmen – und diese auch leben.

Als nun der Vierjährige in der Familie jüngst beim Badevergnügen an einem See mit Kiosk versehentlich auf eine Wespe trat, die sich mit einem Stich in das Füßchen des Kurzen wehrte, passierte Folgendes: Tante und Bub flitzten zum Kiosk. Dort bat die Tante um eine halbe Zwiebel, um Schmerz und Juckreiz des Wespenstiches zu lindern. Kein Problem: Die halbe Zwiebel überließen die Kioskbetreiber gern und ein Gratis-Milcheis am Stil als Trost gab’s sogar obendrauf. Die Kinderaugen leuchteten.

Und während das Eis schmatzend im Mund verschwand, drückte die Tante die halbe Zwiebel auf den Unterfuß des Jungen. Das Eis war verputzt und der Wespenstich schon wieder Geschichte. Dank der Zwiebel. Dieses Hausmittelchen verfehlte seine Wirkung also nicht.

Nun wollte die Tante die Zwiebel entsorgen, da brüllte der Kurze: „Stop!“ Bevor die Tante auch nur in die Nähe des Mülleimers kommen konnte, hatte der Bub das Gemüsestück geschnappt und brachte es zum Kiosk zurück. Er streckte die halbe Zwiebel dem Betreiber entgegen und meinte: „Wenn ihr daraus jetzt Ringe schneidet, könnt ihr die auf die nächsten Burger legen.“ Und der Käsegeschmack wäre dann auch gleich dabei.

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