Kommentar

Die schönen neuen Scheine

Archivartikel

Gert Häusler fragt sich, was unser Geld eigentlich kostet

Die Ausgabe der neuen und in mehreren Hochsicherheitsfabriken hergestellten Geldscheine (SZ vom 29. Mai) lenkt den Blick auch auf den Preis des Geldes. Geld begleitet uns tagtäglich, ob als Zahl auf Konten, auf Rechnungen oder als Bargeld. Sein Wert drückt sich in der Kaufkraft aus, also dem was man an Gütern und Dienstleistungen für einen bestimmten Geldbetrag erwerben kann. Beeinflusst wird die Kaufkraft auch vom Wert der Währungen untereinander, also etwa zum Dollar.

Bei den Preisen von Benzin oder bei Reisen in Länder ohne Euro kann man das tagesaktuell spüren. Das Geld als Kapital wird beeinflusst durch Zinsen, die derzeit zwar sehr niedrig sind, sich aber sowohl bei den Krediten als auch den verzinslichen Anlagen jederzeit wieder ändern können. Im Alltag spielt trotz der zunehmenden Verbreitung der Kartensysteme das Bargeld immer noch eine große Rolle. Daher werden von den neuen 100- und 200-Euro-Scheinen rund 2,3 Milliarden Stück Hunderter und 700 Millionen Zweihunderter in den Euroländern in den Umlauf gebracht. Zum Herstellungspreis wären sie bei allem Aufwand ein Schnäppchen: Je nach Wert des Geldscheines kosten sie zwischen 7 und 16 Cent pro Stück. Weil das auch für Fälscher einen großen Reiz hat, wird der Sicherheitsaufwand, wie jetzt bei den neuen Scheinen, immer größer. Für den „normalen“ Bürger liegt dennoch der wichtigste Wert im dauerhaften Vertrauen auf die Stabilität der Währung.

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