Kommentar

Die Temperatur

Gert Häusler richtet den Blick auf einen mittlerweile täglichen Begleiter

Haben Sie Temperatur? So wird man gefragt, wenn man erkältet ist oder sich „vergrippt“ fühlt. In diesen Corona-Zeiten hat man vielerorts keinen Zutritt ohne vorherigen Temperaturcheck. Es gibt zwar eine Reihe weiterer Symptome wie Geruchs- oder Geschmacksstörungen oder Mattigkeit, doch für eine Corona-Infektion erfolgt die erste Einschätzung meist über die Temperatur. Fieberthermometer haben daher Konjunktur. Die Angebote in diesem Bereich sind längst über die einst gebräuchlichen Quecksilber-Thermometer hinausgewachsen.

Gerade wurden in einem Test 31 unterschiedliche Geräte unter die Lupe genommen. Üblich sind heute Digitalgeräte und insbesondere in den öffentlichen Kontrollbereichen messen sie berührungslos über Infrarotsensoren. Vereinzelt gibt es in Flughäfen und Einrichtungen schon großflächige Screenings mit Wärmebildkameras.

Die Temperaturabfrage zum Schnellcheck ist aber nur eines der Anwendungsgebiete der Messgeräte. Manchem läuft beim Gedanken an das Bratenthermometer das Wasser im Mund zusammen. Andere sehen beim Blick auf kühlere Wettergrade fröstelnd auf die „gefühlte“ Temperatur. Die gibt es schon länger und gilt umgekehrt auch für hohe Temperaturen. Aber erst seit die normalen Wettervorhersagen zu „Wettershows“ geworden und die Smartphones mit diversen Wetter-Apps bestückt sind, ist sie allgegenwärtig.

Die gefühlte Temperatur wird bestimmt durch unterschiedliche Einflüsse auf unseren Wärmehaushalt und ist wissenschaftlich belegt. Bei gleicher Gradzahl empfindet man ja „nasskalt“ im Vergleich zu „Sonnenschein“ als viel unangenehmer. In die Dauergesprächsthemen, Politik, Krankheiten und Wetter mischt sich somit „die Temperatur“ immer mehr ein. Bewahren Sie daher auch in diesen schwierigen Zeiten möglichst einen kühlen Kopf.

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