Kommentar

Einfach kurz tot stellen?

Archivartikel

Janina Hardung weiß, wie sie mit Stress am besten umgeht

Kämpfen, fliehen oder tot stellen: Diese drei Möglichkeiten haben wir, wenn die Gefahr lauert. Wie ein Mensch – oder auch Tier – reagiert, hängt dabei natürlich von der Situation ab. Es hat aber auch viel mit der Persönlichkeit zu tun. Bereit zum Kampf ist, wer wütend ist. Wen die Angst überkommt, der flüchtet und wer sich hilflos fühlt, der erstarrt.

Diese Verhaltensweisen sind ziemlich primitiv, haben Mensch und Tier aber vor Millionen von Jahren das Überleben gesichert. Heutzutage sind die Situationen meist nicht mehr so dramatisch – das weiß allerdings unser Organismus nicht, deshalb reagiert der Körper bei Stress noch genau wie damals.

Die Prozesse laufen blitzschnell ab, so dass der Stress sich reflexhaft ausbreitet und diverse körperliche Reaktionen zur Folge hat: Die Durchblutung des Gehirns wird aktiviert, wodurch sich die Denkleistung und Entscheidungsgeschwindigkeit verbessern. Die Bronchien erweitern sich und die Atmung wird beschleunigt, eine erhöhte Muskelspannung führt zur Verbesserung der Reflexe, die Pupillen weiten sich, der Blutdruck steigt und der Herzschlag wird schneller. Die Blutgerinnungsfähigkeit erhöht sich für den Fall einer Verletzung, die Verdauungstätigkeit und Energiespeicherung werden hingegen gehemmt und kurzfristig stellt sich eine erhöhte Schmerztoleranz ein.

Der Organismus ist dann bereit, der drohenden Gefahr entgegenzutreten. Dann wiegt das Unterbewusstsein ab: Wenn der Chef also mal wieder launisch ist und der Stresspegel steigt – würde ich im Kampf gewinnen, soll ich lieber wegrennen oder mich einfach tot stellen?

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