Kommentar

Es ist das „Lebenswasser“

Gert Häusler über unseren wichtigen Grundstoff

Dürre in Australien, mit Flächenbränden so groß wie einige unserer Bundesländer zusammen, gleichzeitig zerstörende Überschwemmungen und verseuchte Flüsse überall auf der Welt. Auch unsere Region hatte in den vergangenen Tagen kurzzeitig Hochwasser. Aber ebenso haben wir immer noch klare Bergquellen und idyllische Seen: Wasser bestimmt unser Leben, im Guten wie im Schlechten.

Unser Körper besteht zu 60 Prozent aus Wasser und ohne „Wasserzufuhr“ würden wir wahrscheinlich nicht mehr als vier Tage überleben. Auch flüssige Genussmittel wie Kaffee und Tee, das Bier unserer heimischen Brauer oder der scherzhaft auch „Lebenswasser“ genannte Whisky, wären ohne gutes Wasser nicht möglich.

Genau wie eine Periode eiskalter Tage nicht ernsthaft den Blick für die Erderwärmung verstellen darf, sollten Regentage nicht von den Gefahren der Wasserknappheit ablenken. In der neuesten Ausgabe des Magazins der Industrie- und Handelskammer wird besorgt über die Gefahren von Niedrigwasser für die Wirtschaft und damit für die Menschen in der Metropolregion berichtet. Angesichts maroder Brücken für Auto- und Zugverkehr und den dauerverstopften Straßen, kann ein zusätzlicher Ausfall der Wasserstraßen für Schiffstransporte kaum verkraftet werden.

Ein Binnenschiff lädt soviel wie 150 Lkw und ist von der Kapazität realistisch nicht zu ersetzen. Ganz abgesehen von den Zusatzkosten und Umsatzausfällen – allein die BASF hatte durch das letzte Niedrigwasser Mehrkosten von 250 Millionen Euro. Damit sind wir wieder beim Trinkwasser: Flüsse wie Rhein oder Neckar als notwendige Verkehrswege haben dadurch Belastungen, die sich bei aller Vorsorge nicht voll vermeiden lassen. Ein sorgsamer Umgang mit dem reinen Wasser ist daher lebensnotwendig und die Diskussionen um Schutzgebiete wie das Gewann Entenpfuhl sind darum kein Eiferer-Thema, sondern gehen uns alle an. Denn mag einiges bei „Fridays for Future“ schwärmerisch oder auch medial überzeichnet sein und von manchen belächelt werden: Die menschengemachten Belastungen sind real und ein Thema für uns alle – Tag für Tag.

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