Kommentar

Humboldt hat’s vorgemacht

Archivartikel

Maria Herlo gewinnt der Hitze positive Seiten ab

Wussten Sie, dass der rastlose Naturforscher Alexander von Humboldt (1769 – 1869) des Öfteren seinen eigenen Körper zu Versuchszwecken heranzog? Er testete die Reaktion seines Leibes in Räumen, die er künstlich mit gesundheitsschädlichen Gasen füllte, in Vulkankratern oder in extremen Höhen, wo er an sich selbst Symptome wie Atembeschwerden, Schwindel und Übelkeit, aber auch Zahnfleischbluten, blutende Lippen und sogar blutunterlaufene Augen diagnostizierte.

Warum sollten wir, statt unter der Hitze zu stöhnen, diese nicht als Test unseres Durchhaltevermögens betrachten? Im Vergleich zu Humboldts Experimenten sind solche Extrem-Temperaturen doch harmlos. Vielleicht sollten wir uns auch in Erinnerung rufen: Wann gab es schon einen solchen Sommer, wie er früher einmal war, in dem wir morgens aus dem Bett schlüpfen und uns an jedem hellen, warmen Morgen erfreuen können? Von den lauen Abendstunden, die den glutroten Sonnenuntergängen vorangehen, gar nicht zu sprechen.

Und wenn wir tagsüber ordentlich schwitzen, was eigentlich gesund sein soll, dann stehen uns eine Dusche, kühle Getränke und herrlich kalte Melonenscheiben zur Verfügung. Wie gut es uns doch geht! Genießen wir ihn doch diesen wunderbaren Sommer, denn ehe man sich‘s versieht, ist er vorbei – und der lange, kalte Winter kommt bestimmt . . .

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