Kommentar

Mamma mia!

Andreas Lin blutet das Herz mit dem Blick auf eine WM ohne Italien

 

Als sich am Montag die Nichtteilnahme Italiens an der Fußball-WM andeutete, begann das Handy zu vibrieren. Der eine schickte den WM-Spielplan Italiens (ein leeres Blatt), der nächste die Seite im Panini-Album (ein leeres Stadion) und wieder einer wollte beim Lieferservice eine Pizza "Arrivederci" oder "Endstazione" bestellen. Ja, ja die Häme. Und vielleicht die Freude, dass ein deutscher Angstgegner nicht dabei ist.

Aber fehlt dann nächstes Jahr nicht etwas, das seit 60 Jahren immer so war? Auch wenn sie nicht immer Grund zum Jubeln hatten, die Italiener. Aber wenn - dann immer mit Leidenschaft und Inbrunst. So wie 1982, als sie den Titelgewinn mit einem fulminanten Triumphzug durch Schwetzingen gefeiert haben - und wir Deutsche mittendrin. Auch die italienischen Autokorsos waren immer ausufernd. Mamma mia. Wird eine relativ ruhige WM-Zeit rund um den Schlossplatz. Wer soll denn noch feiern? Italiener, Griechen, Türken sind nicht dabei. Schweden, Belgier oder Portugiesen gibt's nicht so viele. Isländer auch nicht, aber die könnten bei einem Sieg bestimmt kein Auto mehr fahren. Und der Schweizer an sich würde sich eher gemütlich zurücklehnen, ein Stück Käse essen und zweimal leise ins Alphorn blasen. Aber es ist nicht aller Autokorso Abend: Es bleiben ja noch die Spanier, Kroaten, Serben, Russen und vor allem die Deutschen. Unvorstellbar ist es trotzdem: WM in Russland ohne Italien. Andersherum wäre es mir vielleicht lieber.

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