Kommentar

Öl auf die Mühlen

Archivartikel

Jürgen Gruler hält die Sicherheitsbehörden für zu verschwiegen

Lernt man denn nichts aus den Vorgängen in Chemnitz? Da wird in Plankstadt der Waldpfad gesperrt, mit einem Großaufgebot Haus und Garten durchsucht, eine Kalaschnikow gefunden und eine Frau verhaftet, aber Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Karlsruhe halten es nicht für notwendig, zu informieren. Erst als unsere Zeitung – von Anwohnern alarmiert – vor Ort auftaucht, wird auch eine Pressemitteilung herausgegeben. Und bis heute weigern sich beide Behörden zu sagen, was denn die Frau und ihre offensichtlichen Komplizen tatsächlich für eine Straftat geplant haben sollen.

Noch am gleichen Tag stürzt sich ein 79-Jähriger in der Karlsruher Straße – inmitten der Schwetzinger Innenstadt – aus dem Fenster, wohl weil er sich umbringen will. Gut eine Stunde lang wird alles gesperrt, der Mann versorgt, Passanten verbreiten das Gerücht, er sei angeschossen und aus dem Fenster geworfen worden. Erst auf unsere Nachfrage hin, bestätigt die Polizei den Vorgang, man gehe aber nicht von einer Gewalteinwirkung aus, heißt es dann ziemlich vage.

Dann wird ein paar Nächte später ein Mann in einer Schwetzinger Cafébar mit einer Pistole angeschossen. Auch hier keine Pressemitteilung, obwohl der Täter noch in der Nacht gefasst wird. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hätte den Bürgern sagen können, da ist was passiert, aber wir haben den Bösewicht, ihr könnt in Ruhe Silvester feiern.

Aus meiner Sicht handeln die Behörden intransparent und gießen Öl auf die Mühlen derer, die schon immer gewusst haben wollen, dass viel verschwiegen wird.

 
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional