Kommentar

Popeln ist nichts Schlimmes

Archivartikel

Katja Bauroth hat einen „Nasenbohrer“ an der Ampel beobachtet

Es ist immer wieder spannend zu beobachten, womit sich die wartenden „Autonachbarn“ an der roten Ampel die Zeit vertreiben. Nicht selten entdeckt man da auf der Parallelspur oder beim Blick in den Rückspiegel einen Finger in der Nase. Ja, es wird gepopelt. Persönlich finde ich das nicht schlimm. Immerhin bohren Statistiken zufolge neun von zehn Menschen in der Nase – aber keiner will’s zugeben. Gut, die Statistiken beziehen sich zwar auf die USA und Indien, sollten aber nicht allzuweit vom Verhalten hierzulande entfernt sein. Selbst Jogi Löw tut’s auf der Trainerbank – bei laufenden Kameras! Ob er zur Kategorie „Normalbohrer“ gehört, mag ich an dieser Stelle nicht einschätzen. Diese schieben nämlich den Finger aus Langeweile oder Nervosität ins Nasenloch. Oder weil’s dort juckt. Bei den „Durchschnittsbohrern“ steckt ein krankhafter Zwang dahinter, häufig auch psychische Probleme, ist auf diversen Internetseiten zu lesen. Wie auch immer: Schämen braucht man sich nicht fürs Popeln, sagen auch Ärzte. Man sollte es halt nicht öffentlich zelebrieren – oder auch mal damit aufhören, wenn etwa der „Autonachbar“ rüberstarrt.

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