Kommentar

Problem der falschen Etage

Archivartikel

Gert Häusler beobachtet die Besucher in einem Ärztehaus

Eigentlich sind Ärztehäuser ja ganz praktisch. In den modernen Ausgaben dieser Gebäude profitieren sowohl Ärzte als auch Patienten von Gemeinschafts-einrichtungen und kurzen Wegen zwischen den Fachpraxen. Kürzlich besuchte eine Schwetzingerin in so einem Ärztehaus die Praxis ihres langjährigen Hautarztes, die er vor einem Jahr an eine junge Kollegin übergeben hat. Gespannt auf die neue Ärztin und eventuelle Veränderungen fuhr sie mit dem Aufzug zur Praxis hoch.

In den neu gestalteten Räumen empfing sie eine der ebenfalls neuen Mitarbeiterinnen, machte sie freundlich auf die Hygieneregeln aufmerksam und bat sie mit der Frage „sind Sie das erste Mal hier?“ um die Versichertenkarte. Als die Patientin sagte, dass sie schon seit Jahren regelmäßig zur Hautuntersuchung komme, meinte die Arzthelferin, dass könne nicht sein. Sie seien nämlich die gynäkologische Praxis, die Hautärztin befände sich eine Etage höher.

Dort war sie dann auch richtig und konnte nach der Anmeldung im „richtigen“ Wartezimmer Platz nehmen. Kurz darauf war die Stimme eines männlichen Patienten zu hören, der sagte, er sei vor vier Wochen hier gewesen und habe jetzt gleich wieder einen Termin. Nun folgte auch hier der bekannte Spruch „Das kann nicht sein – wir haben für sie keine Termine vermerkt“. Auf die Frage bei wem er denn in Behandlung sei, beantwortete er mit „bei meinem Hausarzt“. Der ist noch eine Etage höher, so die prompte Antwort.

Vielleicht sollte man in dem praktischen Ärztehaus die Schilder etwas vergrößern und gleich noch einen Augenarzt mit aufnehmen.

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