Kommentar

Tödlicher Leichtsinn

Archivartikel

Gert Häusler über Menschen, die vielleicht zu wenig nachdenken

D onnerstag. Der Terminkalender zeigt eine geschäftliche Besprechung in Stuttgart an. Die Verkehrsnachrichten melden, wie so oft, auf allen möglichen Strecken Stau, also entspannte Fahrt mit der Bahn. 10 Uhr: Bahnhof Schwetzingen. Am Bahnsteig wartet man auf die Regionalbahn nach Mannheim. Der Zug aus Karlsruhe ist eigentlich schon in Sichtweite, da klettert eine Dame im anliegenden Kleid mit einer Tasche in der Hand auf modischen Schuhen zu den Gleisen hinunter. Sie ist gerade auf dem zweiten Gleis angekommen, als der Zugführer das Warnsignal betätigt und die Einfahrt in den Bahnhof nochmals deutlich verlangsamt. Im Gegensatz zu den deutlichen Worten einiger Umstehender sagt er aus dem Führerhaus mit großem Ernst zu der Frau, dass sie bei einem entgegenkommenden Zug wahrscheinlich tot wäre. Es kam glücklicherweise kein anderer Zug und sie ist im Schotterbett auch nicht gestolpert, so dass diesmal weder der Lokführer noch die Mitreisenden einen Schock verkraften mussten. Fragt sich, ob sie denn aus dem Vorfall etwas gelernt hat?

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