Kommentar

Verführerisches Schnitzel

Archivartikel

Katja Bauroth aß über 15 Jahre kein Fleisch – dann kam Österreich

Zum Weltvegetariertag an diesem 1. Oktober haben die Kollegen munter über den fleischlosen Genuss diskutiert – nicht alle können sich das vorstellen. Als ich ein Teenager war, habe ich auf Fleisch verzichtet – was mir anfangs in Anbetracht der heiß geliebten Thüringer Bratwürste und der hausgemachten Leberwurst nicht leichtfiel. Damals war es eher eine Trotzreaktion gegenüber meinen Eltern. Die hatten mir nämlich einreden wollen, das mein geliebter Hase aus seinem Stall geflüchtet sein. Problem nur: Er hatte sein Fell fein aufgehängt in der Garage vergessen . . . Der sonntägliche Hasenbraten tat sein Übriges.

Wie auch immer: 15 Jahre aß ich kein Fleisch und keine Wurst – und ich vermisste es auch nicht. Dann zog ich nach Österreich. Das Land veränderte mich – und meine Essgewohnheiten. Als mir in diesem urigen Lokal der Duft frischer Schnitzel in die Nase krabbelte, waren plötzlich sämtliche fleischlüsternen Sinne reaktiviert: Ich brauchte sofort ein Schnitzel mit Petersilienkartoffeln! Von da an war’s vorbei mit dem Vegetariersein.

Heute esse ich zwar bei Weitem nicht so viel Fleisch und Wurst wie früher, sondern eher verhalten, in Maßen. Ich achte auf regionale, gute Kost. Eben wonach mir gelüstet.

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