Kommentar

Wer trinkt schon Weinschorle?

Andreas Lin wundert sich über die Getränkeauswahl bei Musik im Park

Klar, wäre das Konzert von Tom Jones in seiner walisischen Heimat gewesen oder am Nordpol, wäre wahrscheinlich niemand auf die Idee gekommen, eine Weinschorle zu bestellen. Aber hier in der Kurpfalz, mitten zwischen pfälzischer und badischer Rebenhochkultur, der Heimat des hochverehrten Dubbeglases, dort wo d e r Riesling-schorle den Status eines Nationalgetränks genießt, soll niemand danach verlangt haben? So wollte es mir wenigstens die Bedienung weismachen. Jedenfalls gab es nur Wein pur – klassische Fehlplanung. Aber noch mehr daneben war die Anregung, sich am Stand nebenan einen Becher Wasser (für 4 Euro plus 1 Euro Pfand) und einen zusätzlichen Becher (1 Euro Pfand) zu kaufen und sich dann 20 Meter weiter den Wein (5 Euro) dazukippen zu lassen und zu mischen. Warum dann zwei Becher? Ich brauch’ ja nicht zwei – noch dazu äußerst dünne – Schorle, sondern hätte auch das Wasser abtrinken und mir dann den Becher mit Wein auffüllen können.

Das Ganze war genauso unlogisch wie die Tatsache, dass Apfelsaftschorle billiger war als Wasser. Sicher, ein alkoholfreies Getränk muss weniger kosten als Bier. Aber warum nicht das im Einkauf im Schnitt um die Hälfte günstigere Wasser?

 
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