Leserbrief

Plädoyer für Schwetzinger Vereinswelt Hohe Standgebühren nicht für jeden leistbar

Alle gehören in einer Stadt mit Herz ins Boot

Ich frage ich mich tatsächlich, wo geht’s mit unserer Vereinswelt in Zukunft hin? Ich wünschte mir, man würde wieder mehr zusammenrutschen, ein Miteinander pflegen. Irgendwie erscheint mir, gewisse Vereine sind müde geworden. Die Hoffnungen ruhen auf motiviertem Nachwuchs; einige Vereine können sich, selbst, wenn sie wollten, außen nicht mehr darstellen. Nicht nur, dass es an „Manpower“ mangelt, nein, auch an Geld. Vieles muss erst einmal für einen Stand bei einer Veranstaltung vorfinanziert werden, so wie für Vereine, die keinen eigenen Platz haben, hohe Standgebühren zu zahlen und viele Auflagen zu leisten sind, viele Wünsche nicht bewerkstelligt werden können. Wer kann das noch außer den großen Vereinen, die genügend Rücklagen haben? Es ist mir aufgefallen, dass gewisse Veranstaltungen, die sich wiederholen, immer wieder von ein- und demselben Verein bewirtet werden. Vielleicht sollte man mal in Betracht ziehen, dass jeder Verein in der heutigen Zeit versucht, sich über Wasser zu halten, dadurch verschwinden immer mehr von unseren Vereinen. Es gibt immer wieder Vereine, denen nichts zu viel ist, wenn es ums anpacken geht, auch solche braucht man. Doch auch diese brauchen ihre Chance, in der Öffentlichkeit bei Festen Einnahmen zu sichern, um überleben und ihren Mitgliedern mal etwas bieten zu können. Nur so kann man Vereinsmitglieder motivieren und gewinnen. Meist werden diese Vereine dann auch noch gefragt, warum diese keinen Stand haben. Gut zu wissen, dass die Bürger danach fragen, denn Abwechslung würde man auch gerne sehen und nicht immer ein- und denselben, denn andere Vereine haben auch gute Ideen und Verköstigung, wenn man sie nur ließe.

Eine Vereinswelt ist was Gemeinsames und da sollte nicht aussortiert werden, nach dem Motto: Diese passen nicht in unser Stadtbild. Wir haben 1250 Jahre gefeiert. Wo waren da unsere altertümlichen Vereine? Gleiches bei der Feier 350 Jahre Spargelanbau. Bestimmt konnten sie den Gebühren nicht Folge leisten oder man fragte sie nicht. Schön wäre, wieder einmal einen „Tag der Vereine“ zu feiern – und damit meine ich alle Vereine. Lasst ihnen die Möglichkeit, sich zu zeigen, mit einem bezahlbaren Platz und mit ihren eigenen Ideen! Und bitte: Wir Vereine sind keine Cateringkette mit exklusivem Event, uns geht es um das Miteinander und das Wohlfühlen der Bürger. Ich habe es gesehen, zum Beispiel im Hirschacker bei der Veranstaltung vom Musikverein – die Bürger waren fröhlich und viele Ältere hatten sich auf den Weg gemacht. Ergo: Unsere Bürger wollen nicht viel Extravagantes, sie wollen ein gemütliches Zusammensein. Auch in Schrobenhausen wurde gezeigt: Es funktioniert!. Die Stadt war im Juli mit dem Schrannenfest ausgefüllt, sämtliche Vereine waren vor Ort für Jung und Alt – einfach wunderbar! Auch das frühere Leben wurde nicht vergessen um die Stadtmauer herum.

Also, ich bitte daher auch unsere Stadtmarketingplaner und Eventbetreiber: Nehmt die vergessenen Vereine wieder mit ins Boot, denn wir sind doch eine Stadt mit Herz.

Sabine Englert, Schwetzingen

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional