Leserbrief

Meinungsfreiheit Erlebniswelten außerhalb des schönen Scheins

Auch Andersdenkende achten

Angeblich soll ja die globale Vielfaltswelt ohne Hass und Hetze auskommen. Aber wie so oft im Leben endet die gute Absicht des Wollens an der Grenze des Könnens. Politische und gesellschaftliche Gruppen außerhalb der eigenen Funkfrequenz, die sich um den Erhalt rechtsstaatlicher Grundlagen und die Prinzipien der Aufklärung bemühen, mit verbalem Unrat zu bewerfen, ist keine Werbung für eigene Überzeugungen.

Vielmehr sollte man Achtung und Respekt jenen Mitbürgern ohne politische Ämter, aber mit Traditionsbewusstsein entgegenbringen, die ihre soziale Seele nicht für kleine Münze an den flüchtigen Zeitgeist verkauft haben. Es steht weder in der Bibel noch im Grundgesetz, dass Menschen in der Ideologie von maximaler Vielfalt, unendlicher Toleranz oder kunterbunter Mischung und grenzenloser Offenheit zu leben haben.

Überlegenheitsdünkel und Unduldsamkeit ist nicht erst seit heute das gemeinsame Kennzeichen aller Ideologen. Ein schönes Beispiel dafür lieferte die umfänglichste Zuschrift der Leserkommentare vom letzten Samstag aus Plankstadt über das Podiumsgespräch mit konvertierten Migrationshelfern in Brühl. Eine inkohärente Schimpftirade und das volle Sortiment linkspopulistischer Dämonenbeschwörung tanzt da auf der Bühne. Hand in Hand mit unreflektierten Emotionen und getragen vom Unverständnis für Erlebniswelten außerhalb des schönen Scheins.

Geht’s nicht ’ne Nummer kleiner? Da wendet sich vor Ort selbst der hochmoralisierte Pfarrer mit Grausen ab. In der Vorstellungswelt von multikunterbunten Zeitgenossen findet manches statt, was gar nicht stattgefunden hat. Ob Realitätsdemenz heilbar ist, weiß ich nicht. Ich lasse mich aber gerne durch einen niveauvolleren Kommentar vom Gegenteil überzeugen, am besten im persönlichen Gespräch. Ich warte!

Winfried Wolf, Plankstadt

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