Leserbrief

Freundliche Bürgerin

Auf dem Weg nach Berlin - zur Wahl

Ja, es gibt sie noch, die uneigennützige Hilfsbereitschaft! Ich hatte die große Ehre, am vergangenen Samstag als Mitglied der Bundesversammlung nach Berlin fahren zu dürfen. Erst am Schwetzinger Bahnhof, fünf Minuten vor Abfahrt des Zuges nach Mannheim, merkte ich, dass ich meine Wahlunterlagen zu Hause hatte liegen lassen.

Einzige Möglichkeit: Mit dem Taxi nach Hause, Unterlagen holen und sofort weiter nach Mannheim, um dort noch den ICE zu erwischen. Zwei Taxen stehen da. In dem einen befindet sich kein Fahrer - das war wohl nichts. Der Fahrer des zweiten Wagens bedeutet mir, dass er schon einen Fahrgast habe und versucht, einen Kollegen zu erreichen. Die Minuten verrinnen. Nichts geschieht.

Jetzt erscheint der Fahrgast, eine rüstige Seniorin. Der Taxifahrer, der meine Not erkannt hat, redet mit ihr. Da geschieht das kleine Wunder: Völlig problemlos lädt mich die Dame zum Mitfahren ein, wir fahren gemeinsam zu meiner Wohnung und anschließend in den Hirschacker, um sie anzuliefern. Gerne hätte ich die Rechnung übernommen, aber sie ist schneller. Der Fahrer tut, was er kann, der geringe Verkehr hilft dazu, und so bin ich rechtzeitig am Gleis, noch bevor der ICE am Mannheimer Bahnhof einrollt.

Mit meinem Dank an die Beteiligten möchte die Hoffnung verbinden, dass es auch zukünftig solche Beispiele von Hilfsbereitschaft geben möge.

Manfred Kern, Schwetzingen

Anmerkung der Redaktion: Üblicherweise veröffentlichen wir keine Leserbriefe politischer Mandatsträger. Manfred Kern ist ja Landtagsabgeordneter der Grünen. Aber diese Geschichte wollten wir unseren Lesern nicht vorenthalten.

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