Leserbrief

Mehrzweckhalle Plankstadt Lieber behutsam sanieren und eine Handballhalle ohne Pomp und Luxus bauen

Aus Fehlern der Vergangenheit lernen

Aus Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt. Der Abriss der Mehrzweckhalle steht auf der Kippe. Diese Nachricht schlug bei den Bürgern wie eine Bombe ein! Aber der Reihe nach: In der Schwetzinger Zeitung wurde über die Sanierung der Mehrzweckhalle sowie über die Planung einer Sporthalle berichtet. Für dieses Großprojekt wurde vom Architekturbüro Wolfram eine Machbarkeitsstudie erstellt. Das Ergebnis: Die Mehrzweckhalle abzureißen und zwei neue Hallen zu errichten. Eine für Veranstaltungen und eine für den Handballsport.

Der Abriss der Mehrzweckhalle wäre paradox! Die Halle ist massiv gebaut und nach 40 Jahren mit Sicherheit nicht abbruchreif! Sie verleiht unserer Gemeinde eine besondere Note und gilt als gute Stube von Plankstadt. Die Planungen eines Ersatzneubaus wären daher hinausgeworfenes Geld! Haben die Architekten bei ihren Vorschlägen zuerst an ihre eigenen Interessen gedacht?

Ein Beispiel: Das Theresienkrankenhaus und das Nationaltheater Mannheim wollten die Architekten laut einer Machbarkeitsstudie – aus Eigeninteresse – ebenfalls abreißen, wenn nicht besonnene Kräfte dies verhindert hätten.

Begründung der Architekten: Die Sanierung der Mehrzweckhalle würde zirka 9,3 Millionen Euro kosten. Dazu kommt der Neubau einer Sporthalle mit 9,1 Millionen Euro. Das Architekturbüro hat der Gemeinde ein Angebot für Bedarfsplanung und Steuerung unterbreitet, dem der Gemeinderat bereits zugestimmt hat. Durch dieses Vorgehen werden Informationen von außen in den Planungsprozess eingegeben. Dieser unbewusste Einfluss beschert Ergebnisse, die gar nicht bestellt sind, aber bereits zu einer „Passivbestellung“ führen. Es ist deshalb nicht egal, wie die Vorplanungen gelenkt werden.

Der Gemeinderat muss aufpassen, dass er nicht von den Architekten in eine „Zwickmühle“ manipuliert wird. Es ist auffallend, wie die Mehrzweckhalle – zur Erreichung der Ziele – von den Architekten madig gemacht wird! Die ganze Machbarkeitsstudie steht auf tönernen Füßen. In der Vergangenheit haben andere Planungsbüros, Sanierungskosten in Höhe von zirka fünf Millionen Euro errechnet.

Aus den Fehlern der Vergangenheit – beim Bau der Mehrzweckhalle – nichts gelernt? Damals lagen die Planungskosten bei sieben Millionen Mark (3,5 Millionen Euro). Bei der Endabrechnung beliefen sich die Gesamtbaukosten aber auf 14 Millionen Mark (7 Millionen Euro).

Die Mehrzweckhalle muss für die Zukunft erhalten bleiben. Erforderlich ist eine sensible Sanierung – keine Luxussanierung. Das braucht viel Sorgfalt und Sachkenntnis. Ein guter Architekt beweist in Detaillösungen, wie vielfältig Sanierung sein kann. Unnötiger Aufwand ist zu vermeiden. Eine Planung ist mangelhaft, wenn sie zwar funktioniert, aber zu nicht erforderlichem Aufwand führe.

Zur Sporthalle: Das Ergebnis der Bürgerbefragung von 2017 ist für den Gemeinderat nicht bindend. Durch die manipulierte Fragestellung hatten die Bürger keine Wahlmöglichkeit, ob die neue Sporthalle bei der Mehrzweckhalle oder bei der Dr. Erwin-Senn-Halle gebaut werden soll. Nach Aussagen von Fachleuten wäre eine Sporthalle auf dem Vereinsgelände zu einem Drittel der geplanten Baukosten zu haben.

Für den Neubau der Sporthalle hat das Architekturbüro Wolfram eine Kostenschätzung von 9,1 Millionen ermittelt. Diese hohe Summe ist für eine Handballhalle nicht gerechtfertigt! Gefragt sind unkonventionelle Konzepte und Materialien für eine freistehende Handballhalle ohne Pomp und Luxus. Auch Alternativvorschläge von anderen Architekten sind erforderlich.

Die Vergangenheit hat gezeigt, Bürger können etwas bewegen: „Rettet die Mehrzweckhalle“.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Die Gemeinde gibt für den geplanten Kreisel am Altenzentrum locker zwei Millionen Euro aus. Aufgrund der Platzverhältnisse, in Bezug auf Lkw, kann es sich doch nur um einen Minikreisel handeln, wie er im Hirschacker zu sehen ist. Zum Vergleich: In Schwetzingen kostet der geplante große Kreisel am Rondell 200 000 Euro. Es hat den Anschein, dass in der Hektik von der Verwaltung jede Summe akzeptiert wird. Der geplante Kreisel wird auf der L 543 gebaut und es stellt sich die Frage, warum war bisher von einem Landeszuschuss nichts zu hören?

Friedrich Stroh, Plankstadt

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