Leserbrief

FV 08 Hockenheim Die Kritik am Vorsitzenden Matthias Filbert reißt nicht ab / Stammtisch berichtet von Beleidigungen

Ball flach halten und auswechseln lassen

Ich war bisher eigentlich nur ein stiller Beobachter und Zuhörer. Da ich nicht mehr einfach nur still zusehen möchte, wie sich der Verein ins Negative entwickelt, habe ich nun beschlossen, meine Meinung öffentlich zu machen: Auch wenn dies mittlerweile geklärt ist, frage ich mich trotzdem, wie es sein kann, dass ich – als Stammgast der Vereinsgaststätte – mehr über die Absicht der Wirtin, die Gaststätte nach den Corona-Lockerungen weiterzuführen, wusste, als der erste Vorsitzende des FV 08? Sollte es eigentlich nicht so sein, dass der erste Vorsitzende sich mehr für sein beliebtes Clubhaus interessiert?

Es fand bereits eine Vorstandssitzung statt, die von Vorständen einberufen wurde, um abzustimmen, ob Matthias Filbert weiter als Vorsitzender tätig sein soll. Filbert hat es jedoch gar nicht zur Abstimmung kommen lassen, weil der Antrag von ihm abgelehnt wurde. Unabhängig davon sind ja sechs Vorstandsmitglieder zurückgetreten, anscheinend möchte die Mehrheit der restlichen auch nicht weiter mit ihm zusammenarbeiten (sonst hätte man die Abstimmung ja durchführen können). Und man hört in Hockenheim, dass mittlerweile viele Mitglieder aus dem Verein austreten möchten, wenn sich bezüglich des ersten Vorsitzenden nichts ändert.

Wieso man dann noch krampfhaft versucht, sich festzukrallen, ist für mich unbegreiflich. Das kann doch niemand wollen, sich ehrenamtlich anderen aufzudrängen und sich entweder ständig auf einem Gelände sehen zu lassen, wo man von der Mehrheit nicht erwünscht ist, oder sich dann als ersten Vorsitzender gar nicht mehr sehen zu lassen. Die Sitzung wurde ja nun schon zum ersten Mal in der Geschichte nicht im Clubhaus gehalten, sondern in einem anderen Restaurant.

Lieber Herr Filbert, liebe Frau Schrank, wieso lassen Sie nicht einfach los und zeigen Stolz, Würde und Charakter? Muss es wirklich vom Verein aus über einen Anwalt gehen oder bis vor Gericht? Liegt dies im Interesse Ihrer Familie und Ihres Geschäfts?

Daniela Bauer, Hockenheim

Viele Arbeitsstunden geleistet

Zu unserem Stammtisch treffen sich ehemals aktive Spieler, Ehrenmitglieder, Freunde des FV 08 und Mitglieder des Vereins. Es stammen nicht alle Leserbriefe vom Stammtisch. Diese Behauptung ist nicht wahr! Und: Dass es einen Konflikt zwischen Jung und Alt gebe – das entspricht nicht der Wahrheit. Die Teilnehmer des Stammtisches wurden am Mittwochabend, als man mit Matthias Filbert sprechen wollte, von ihm grob beleidigt.

Den Stammtisch zu beleidigen, der schon viele Arbeitsstunden für den Verein geleistet hat, ist mehr als vereinsschädigend.

Wenn wir durch Hockenheim gehen oder mit dem Rad fahren, ist das schon peinlich genug. Wir werden angesprochen: „Was ist bei Euch im Verein los?“ Der nächste Satz der Fragesteller ist dann: „Warum tritt Matthias Filbert nicht zurück?“

Diese Frage können wir leider nicht beantworten, das kann nur er. Hans Brandenburger, Hockenheim und 26 Stammtischmitglieder (handschriftlich unterzeichnet).

Fragwürdiger Führungsstil

Als ehemaliger Jugendspieler beim FV 08, der auch in der ersten Mannschaft eingesetzt wurde, verfolge ich die Presseberichte mit großem Interesse. Aus meiner Sicht kann ich bestätigen, dass die Jugendarbeit im Verein schon in den 1960er Jahren einen hohen Stellenwert hatte und hervorragend funktionierte. Die Trainer und Betreuer haben sich in ihrer Freizeit für die Jugendlichen zu Verfügung gestellt und waren sowohl im Training als auch bei den Spielen am Wochenende auf dem Sportplatz. Dies wurde belohnt durch etliche Kreismeister- und Staffelmeisterschaften in den damaligen Ligen.

Von den Schülermannschaften bis hin zur A-Jugend wurden die Jungs gefördert und nicht wenige wurden dann später auch in der ersten oder zweiten Mannschaft integriert und kamen dort zum Einsatz. Es war schließlich das Ziel eines jeden jungen Fußballers, nach der A-Jugend sonntagmittags bei der Ersten aufzulaufen!

Wenn man nun die vermutlich selbst verfassten Berichte des Vorsitzenden liest, könnte man fast glauben, dass er dies alles neu erfunden hätte. Auch die Trainer und Betreuer aus der Zeit vor ihm hätten Ehrungen und Auszeichnungen verdient gehabt, doch denen wäre es sicher peinlich gewesen, ihren Namen so oft in der Zeitung zu lesen. Auch die Verdienste von langjährigen Mitgliedern, die sich seit Jahrzehnten um die Belange des Vereins gekümmert und in ihrer Freizeit etliche Arbeiten auf dem Vereinsgelände sowie am Clubhaus verrichtet haben, finden in den selbstherrlichen Berichten des Vorsitzenden keine Beachtung.

Im Gegenteil, es wurde einem langjährigen Mitglied, das in einem Leserbrief Kritik äußerte, der Ausschluss angedroht. Dies wurde in einer Sitzung allerdings mehrheitlich abgelehnt. Es gäbe noch viel über den fragwürdigen Führungsstil von Matthias Filbert und des geschäftsführenden Vorstandes zu berichten, der übrigens aus ihm, seiner Ehefrau und einem weiteren Mitglied besteht. Hierzu ist jeder Kommentar überflüssig! Deshalb möchte ich meinen Leserbrief mit zwei Fußballgegriffen beenden:

Der ersten Vorsitzende sollte „den Ball flach halten“ und sich so schnell wie möglich „auswechseln lassen“!

Gustel Spengler, Hockenheim

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