Leserbrief

Krankenhaus Gedanken über einen Satz im Aufzug

Begegnung in Corona-Zeiten

Die Begegnung dauerte eigentlich nur wenige Minuten, eben genau die Zeit, die der Aufzug in einem Heidelberger Krankenhaus brauchte, um zwei Etagen hochzufahren. Eine junge Frau, vielleicht so Mitte 30, und ein alter Mann fahren mit, jeder in seiner Ecke, wie es Vorschrift ist.

Die Frau ist hochschwanger und sagt ganz unvermittelt: „Ich finde, mit Corona, das wird alles etwas übertrieben. Wir müssen sowieso alle sterben.“

Der kurze Satz ist mir ganz schön nachgegangen. Hieß das einfach, tretet ab, ihr Alten? Oder habe ich das falsch verstanden? Dafür spricht, dass der ältere Mann ganz ruhig blieb, nicht giftig oder aggressiv.

Hieß das also vielleicht einfach, das Leben und damit der Tod sind so viel größer als jedes individuelle Schicksal und, dass man die eigene Bedeutung nicht überschätzen sollte, die eigenen Ansprüche nicht überziehen?

Was ja nicht ausschließt, dass wir uns durchaus mit etwas längerem Atem auf solche Krisen vorbereiten könnten und dann gelassener reagieren würden. Denn, dass weitere Krisen kommen, ist ziemlich sicher, wenn der Raubbau an der Natur so weitergeht wie bisher. Hans-Eberhard Steffen, Eppelheim

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