Leserbrief

Hockenheimring

Bekannt – nur durch die „Formula uno“

Vor Jahren unternahmen meine Frau und ich eine mehrwöchige Reise durch Venezuela auf den Spuren Alexander von Humboldts. Dabei verbrachten wir unter anderem eine Woche in einem Urwald-Camp am mittleren Orinoco, dem drittlängsten Fluss Südamerikas.

Auf einigen Tagesmärschen durchstreiften wir die umliegenden Urwälder. Ein ortskundiger Eingeborener sorgte dafür, dass wir die Orientierung nicht verloren, bahnte uns immer wieder mit der Machete den Weg und wies uns auch auf Möglichkeiten hin, in dieser Wildnis Trinkwasser und Nahrung (zum Beispiel in Gestalt großer Insekten) zu finden.

Wir konnten uns leidlich auf Spanisch verständigen. So wollte unser Guide natürlich auch wissen, wo wir herkämen. „Atemanja“ aber war ihm kein Begriff. Auch mit den großen deutschen Städten, die wir ihm anboten, Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und anderen, wusste er nichts anzufangen. Kurze Zeit später lauschte er einem Gespräch, das meine Frau und ich auf Deutsch führten. Dabei fiel der Name „Hockenheim“. Zu unserer großen Überraschung riss unser Begleiter sofort die Arme hoch und rief „Hockenheim, Formula uno“.

Es stellte sich heraus, dass er alle Formel 1-Rennen in seinem Heimatort im Fernsehen verfolgte und dass Hockenheim tatsächlich der einzige deutsche Ort war, den er dem Namen nach kannte. Die Überraschung, die er uns damals bereitete, ist heute noch Gesprächsstoff für uns.

Prof. Werner Weißbrodt,

Hockenheim

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